Nicht ohne Grund hat der Komponist des bekannten Orchesterstücks »Die Moldau« seinen gesamten Orchesterzyklus »Mein Vaterland« genannt. Auch »Die verkaufte Braut« führt uns in seine Heimat und enthält mit dem Tanz der Komödianten eines der berühmtesten Orchesterstücke des Komponisten. Das 19. Jahrhundert sah in dem komischen Singspiel die »Nationaloper« schlechthin, in deren Musik sich die »böhmische Volksseele« ausdrückt, Kategorien, die heute überholt anmuten. Vor diesem Hintergrund wirkt Smetanas »Verkaufte Braut« eher wie eine nostalgische Zeitreise in die Zeit der arrangierten Ehen. Sein Blick richtet sich weniger auf die große Nation als vielmehr auf den Mikrokosmos der dörflichen Welt, die zwar nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten funktioniert, in der aber doch stets das Menschliche siegt.
Komisches Singspiel in drei Akten | Text von Karel Sabina | Deutsch von Max Kalbeck | In deutscher Sprache mit Übertiteln
Musikalische Leitung Christoph Gedschold | Inszenierung Christian von Götz | Co-Regie Torsten Buss | Bühne Dieter Richter | Kostüme Sarah Mittenbühler | Licht Raoul Brosch | Choreinstudierung Alexander Stessin | Dramaturgie Christian Geltinger
Das Bild zeigt Bedřich Smetana


