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Liebespilgerschaft

Uraufführung/Premiere am 28. Januar 2010
Die deutsche Erstaufführung der lyrischen Komödie "Les Paladins" von Jean-Philippe Rameau vereint die französische Ballettmusik mit Elementen der italienischen opera buffa. Die Handlung dreht sich um die Liebe zwischen Argie und Atis, während sie von ihrem Vormund gefangen gehalten werden.
© Hans Jörg Michel

Die Deutsche Oper am Rhein startet mit der deutschen Erstaufführung der lyrischen Komödie "Les Paladins" von Jean-Philippe Rameau eine Serie mit Opern des französischen Barockkomponisten. Rameau vereint in dieser Oper die französische höfische Vorliebe der Ballettmusik mit Elementen der italienischen opera buffa.

Die Handlung der 1760 uraufgeführten Oper in drei Akten ist schnell erzählt:

Argie ist in den Paladin Atis verliebt. Sie wird zusammen mit ihrer Vertrauten Nérine von ihrem Vormund Anselme, der sie heiraten möchte, gefangen gehalten. Von Anselmes Diener Orcan werden sie streng bewacht. Atis kommt mit seinen Freunden, um sie zu einer Liebespilgerschaft aufzufordern. Argie bekennt Anselme ihre Liebe zu Atis. Dieser gibt sie scheinbar frei, beschließt aber, dass Orcan sie töten soll. Nérine belauscht Orcan, der vor der Tat zurückschreckt. Sie gibt sich in ihn verliebt. Als er sich in Leidenschaft auf sie stürzen will, kommen ihr Atis und seine "Furien" zu Hilfe und erteilen Orcan eine Lektion. Ebenso ergeht es Anselme, der durch die Zauberkünste der Fee Manto auf Liebesabwege gebracht wird und schließlich, durch Argie überführt, diese freigeben muss. Argie und Atis werden von der Fee vereint und feiern zusammen mit ihren Freunden ein Fest.

Rameaus lyrische Komödie "Les Paladins" ist höchste Unterhaltungskunst, eine Sittenkomödie, aber zugleich auch Burleske und Feen- und Zaubermärchen, angereichert mit Elementen der Commedia dell' Arte. Gleichwertig tritt neben Musik und Gesang der Tanz. Unter der Regie von Arila Siegert werden diese Tanzeinlagen turbulent choreographiert, mit moderaten Breakdance-Elementen. Zusätzlich tritt live ein Maler, Helge Leiberg, in Aktion, der via Videoübertagung die Bühne bepinselt und zeichnerisch das Geschehen etwas zu neckisch kommentiert. Die Inszenierung ist heiter und temporeich, die bunte, fantasiereiche Kostümausstattung ein Genuss. Mit großer Spielfreude agierte das Ensemble. Allein die Gesangsleistung hätte man sich bei Andres J. Dahlin als Atis etwas ausdrucksstärker gewünscht. Herausragend waren jedoch Iulia Elena Surdu als Nérin und Thomas Michael Allen als Fee Manto in einer schrägen Travestie. Brillant musizierte die Neue Düsseldorfer Hofmusik unter der Leitung von Konrad Junghänel auf historischen Musikinstrumenten.

Das bunte Bühnentreiben wurde vom Publikum begeistert aufgenommen und ist in der Tat ein heiteres Vergnügen.

Mitwirkende

Anna Virovlansky(Schauspieler/in)
Iulia Elena Surdu(Schauspieler/in)
Laimonas Pautienius(Schauspieler/in)
Andres J. Dahlin(Schauspieler/in)
Adrian Sampetrean(Schauspieler/in)
Thomas Michael Allen(Schauspieler/in)
Helge Leiberg(Videodesign)
Marie-Luise Strandt(Kostümbild)
Volker Weinhart(Lichtdesign)
Hella Bartnig(Dramaturgie)
Patrizia Cina(Tänzer/in)
Photini Meletiadis(Tänzer/in)
Robina Steyer(Tänzer/in)
Farid Baroug(Tänzer/in)
Joeri Burger(Tänzer/in)
Ricardo Diaz(Tänzer/in)
Mack Kubicki(Tänzer/in)
Gregory Le Blanc(Tänzer/in)
Sören Swart(Tänzer/in)

Spielzeiten

Donnerstag, 28. Januar 2010 (Premiere / Uraufführung)

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