«Peer, du lügst!» – Mit seinen Lügengeschichten entflieht der norwegische Bauernsohn Peer Gynt der Realität. In seiner eigenen Welt, irgendwo zwischen Fantasie und Wirklichkeit, wird Peer zum Helden, trifft auf Trolle und Dämonen, entführt eine fremde Braut, verführt Sennerinnen, Araberinnen und eine Trollprinzessin; wird Grosskapitalist, Reeder, Waffenhändler und Altertumsforscher. Den Schichten einer Zwiebel gleich, häutet er sich von Existenz zu Existenz ohne dabei zum Herzen, zur Wahrheit seines Ichs, vordringen zu können. Seine Suche führt bis in ein nordafrikanisches Irrenhaus, wo er zum Kaiser gekrönt wird, bevor Peer in die Heimat und zu der treuen Solveig zurückfindet.
Ursprünglich nicht als Bühnwerk konzipiert, kam Henrik Ibsens dramatisches Gedicht «Peer Gynt» erst 1876, neun Jahre nach der ersten Publikation, in Oslo zur Uraufführung. Textgrundlage bildeten norwegische Märchen, welche Ibsen mit besonderem Augenmerk auf den romantischen Nationalismus seiner Zeit kritisch analysierte. Bis heute ist das Stück fester Teil des internationalen Theaterrepertoires geblieben und bekräftigt Henrik Ibsens Stand als einer der wichtigsten Dramatiker Europas.
Das Stück wird in einer Inszenierung von Katharina Rupp auf die Bühne gebracht. Musikalisch untermalt wird die Produktion durch Sounddesigner Olivier Truan, der sowohl auf Edvard Griegs berühmte Schauspielmusik wie auch auf neu geschaffene Klangelemente zurückgreift. Mit grosser Besetzung, einer Vielzahl an Kostümen sowie Szenenwechseln setzt das Team die fantasiereiche Vorlage in Szene.
Deutsch von Frank Günther. Inszenierung: Katharina Rupp. Bühnenbild: Karin Fritz. Kostüme: Tanja Liebermann. Choreographie: Joshua Monten. Sounddesign: Olivier Truan. Dramaturgie: Svea Haugwitz.

