Mit »Tristan und Isolde« schuf Richard Wagner seine wohl radikalste, aber auch sinnlichste Oper. Zwei Liebende werden in einen Strudel der Leidenschaften hineingesogen, der so intensiv ist, dass eine Erlösung nur im Tod möglich ist. Für seinen »Tristan« adaptierte Wagner das mittelalterliche Epos von Gottfried von Straßburg und ließ sich von der Philosophie Schopenhauers inspirieren. Er vereint dessen pessimistische Ideen vom Streben nach dem Ende der Existenz jedoch mit der eigenen Neigung zu sinnlicher Hingabe. Es entstehen rauschhafte Klänge der Unendlichkeit, die die überwältigenden Gefühle der kaum noch aktiv handelnden Figuren deutlich machen.
Bühnenbildner Étienne Pluss schafft für die Geschichte von »Tristan und Isolde« zeitlose und symbolische Orte wie ein Schiffswrack, an denen Regisseur Enrico Lübbe mit dem Einsatz der Drehbühne, Videoprojektionen (fettFilm) und Doubles der Protagonisten verschiedene Realitäts- und Zeitebenen entstehen lässt.

