Die Themen für seine Oratorien fand Händel bevorzugt in Stoffen aus dem Alten Testament. Allerdings wurden die Werke nicht im kirchlich-sakralen Kontext aufgeführt, sondern fanden konzertant als kommerzielle Unternehmen in angemieteten Theatern statt. Auch das 1741 uraufgeführte Oratorium Belshazzar basiert auf einem alttestamentarischen Stoff und erzählt vom Sturz des babylonischen Herrschers Belshazzar durch die Perser.
Durch die Handlung zieht sich ein Religionsstreit zwischen den vielen Göttern huldigenden und orgiastischen Ritualen zugewandten Babyloniern und den an den einen Gott des Alten Testaments glaubenden Persern. Hinzu kommt ein drittes Volk – die von den Babyloniern gefangen gehaltenen, streng religiös lebenden Juden. Zu den Höhepunkten der Handlung gehört der Moment, in dem mitten in einem rauschhaften babylonischen Fest Gottes Hand den Schriftzug «Mene, mene Tekel» an die Wand schreibt, den der jüdische Seher Daniel als Untergangsprophezeiung für die gotteslästerlichen Babylonier deutet.
Der deutsche Regisseur Sebastian Baumgarten, der zuletzt mit Brecht/Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny einen großen Erfolg feierte, wird Belshazzar als ein für ihn typisches bildmächtiges, episch-dramatisches Theaterspektakel auf die Bühne bringen. Am Pult des Orchestra La Scintilla steht der englische Händel-Experte Laurence Cummings. Die Sängerbesetzung vereint ebenso hochkarätige wie stilkompetente Solisten, darunter unser Ensemblemitglied Mauro Peter als Belshazzar und die kanadische Sopranistin Layla Claire sowie den jungen polnischen Countertenor-Shootingstar Jakub Józef Orliński.
In englischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.


