Gerade aus dem Gefängnis entlassen, bittet der Schuster Wilhelm Voigt im Polizeibüro um eine Aufenthaltserlaubnis, um sich eine Arbeit suchen zu können – die aber wiederum Voraussetzung für seine Aufenthaltserlaubnis wäre. Bei einem nächtlichen Einbruch ins Polizeirevier will er sich nun selbst die Passpapiere beschaffen und das Land verlassen. Er wird jedoch geschnappt und zu einer erneuten Haftstrafe verurteilt. Als er nach zehn Jahren freikommt, beginnt der gleiche Kreislauf von vorne. Da erwirbt Voigt eine Hauptmannsuniform, stellt eine Abteilung von zufällig vorbeikommenden Soldaten unter sein Kommando und besetzt das Rathaus von Köpenick.
Das Stück von Carl Zuckmayer nach einem authentischen Fall von 1906 wurde 1931 in Berlin uraufgeführt, aber bereits 1933 in Deutschland verboten. Nach dem II. Weltkrieg gehörte es zu den meistgespielten Werken auf deutschen Bühnen. Berühmt geworden sind auch die Verfilmungen mit Heinz Rühmann (1956) und Harald Juhnke (1997). Ein Volkstheaterabend für alle Menschen ab 14 Jahren.
Der polnische Regisseur Tomasz Cymerman nähert sich dem berühmten Stoff in einer szenischen Lesung mit drei Schauspielerinnen. Das HLTM positioniert sich mit diesem Projekt klar für eine würdevolle Erinnerungskultur, in der Hoffnung, dass wir, so wir die Vergangenheit ehrlich erinnern, die Möglichkeit einer menschenfreundlicheren Zukunft eröffnen. Für alle Menschen ab 12 Jahren.


