Die acht Uraufführungen reichen von Soli über Pas de deux bis hin zu einer Arbeit mit sieben Interpreten, wobei ein weites Spektrum an Tanzsprachen dargeboten wird. Daraus haben sich die unterschiedlichsten Herangehensweisen ergeben, vom Spiel mit überdimensionalen Plastikbällen, in denen die Tänzer*innen sich wie in einem eigenen Kosmos bewegen, über den Einsatz von digitalen Hilfsmitteln, mit denen die Tanzenden die Musik „komponieren“ und Lichteffekte steuern.
Musik von Franz Schubert, Radiohead, Frank Ocean oder auch selbst Komponiertes und Sprache kommen zum Einsatz, mal um 800 Prozent in die Länge gezogen, mal vorwärts und dann rückwärts abgespielt. Inhaltlich wird über Fragen reflektiert, wie die Notwendigkeit von Nähe und nahestehenden Personen oder Arten von persönlichem und gesellschaftlichem Rückhalt. Futuristische Vorstellungen der Welt mit dem Virus treffen auf Gruppenbewegungen, die das kollektive Bewusstsein ansprechen.
Dr. Christiane Theobald, kommissarische Intendantin des Staatsballetts Berlin, gab den Tänzer*innen zu Beginn des Lockdowns den Arbeitsauftrag, eigene Choreographien zu entwickeln: „Versuche – Experimente – Entdeckungen – Vielfältigkeit: LAB_WORKS COVID_19 artikuliert die künstlerische Auseinandersetzung mit der elementaren Erfahrung der Isolation zur Zeit des Lockdowns durch die Mittel des Tanzes. Hier wird anschaulich, was die Ensemblemitglieder fern von ihren Familien bewegt hat, ein choreographisches Statement der Tänzer*innen des Staatsballetts Berlin, das trotz limitierender Faktoren berührt ohne zu berühren.“


