Theo ist hellauf begeistert. Seine neue Anschaffung Herr Kwant, eine Art Hausdiener, scheint wirklich nützlich und vielseitig anwendbar zu sein: Er erledigt Einkäufe, spielt Musik, zeigt lustige Bilder und navigiert beim Autofahren. Auch im Büro ist er eine große Hilfe und unterstützt Theo bei seiner Arbeit als Enzyklopädist. Denn der Kwant ist nicht nur ein guter Handlanger, er verfügt auch über ein schnell abrufbares, breit gefächertes Wissen, das er in Form von Statistiken, Fotos und Dokumenten aus seiner Aktentasche zieht. Doch dann wird Theo gefeuert und durch einen Kwant ersetzt. Ohnehin gibt es immer mehr Kwants – auch in Theos Privatleben. Theo fühlt sich zunehmend bedroht von ihrer undurchsichtigen Funktionsweise: Woher haben sie all ihr Wissen? Und was machen sie mit den gesammelten Daten…?
«Die Mitwisser» von Philipp Löhle (*1978) wurde 2018 am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt. Der Autor zeichnet damit ein kritisches Bild unserer heutigen Gesellschaft, in der wir leichtsinnig unsere Daten veröffentlichen und sammeln lassen. Indem er seine Science-Fiction-Geschichte in einer analogen Vergangenheit verortet, erfährt seine Kritik eine komödiantische Übersetzung, die zum Teil absurde Züge trägt. Gleichzeitig wird das Eindringen von Google, Facebook und anderer Tech-Giganten in die Privatsphäre sichtbar.
Bereits 2009 hat TOBS mit «Genannt Gospodin» eine Schweizer Erstaufführung Philip Löhles in der Regie von Schauspieldirektorin Katharina Rupp präsentiert – mit «Die Mitwisser» folgt nun der nächste Löhle/Rupp-Streich. Das «Microsoft Windows»-blaue Bühnenbild von Karin Fritz betont dabei die Omnipräsenz moderner Technologiefirmen in unser aller Leben.
Mit dieser Produktion erhalten nun auch endlich die beiden Mitglieder des TOBS-Schauspielstudios Sandro Howald und Jonas Hannes Goltz die Gelegenheit, sich auf der Bühne dem Publikum zu präsentieren.


