Die Marquise von O…, junge Witwe und Mutter zweier Kinder, wird schwanger und weiss nicht von wem. Nach dem Tod ihres Mannes ist sie zurück zu den Eltern gezogen und hat keine weitere Ehe oder Liebschaft mehr eingehen wollen. Doch an eine unbefleckte Empfängnis möchte niemand glauben, die Eltern werfen ihre Tochter unter den schlimmsten Drohungen aus dem Haus. Verstossen und gedemütigt beginnt die Marquise nun selbst das Rätsel um ihre Schwangerschaft zu lösen. Mittels einer Annonce begibt sie sich auf die Suche nach dem Vater…
Regisseurin Deborah Epstein, bekannt durch Arbeiten wie «Verweile doch, du bist so schön», «Le Bal» oder «Antigone» am TOBS, ist von Kleists Erzählung zutiefst beunruhigt und gleichermassen fasziniert und versucht dieses Gefühl auch dem Publikum bei ihrer Inszenierung zu vermitteln. Von der dichten und vielschichtigen Sprache beeindruckt, ist ihre Bühnenfassung sehr nah am Originaltext. Das Bühnen- und Kostümbild von Florian Barth ist der Zeit der Novelle verhaftet und wird durch moderne Videoeffekte und dramatische Soundkulissen ergänzt. Die Titelrolle übernimmt Antonia Scharl, die bereits letzte Saison als Julia in Shakespeares «Romeo und Julia» glänzte. Neben dem professionellen TOBS-Ensemble steht auch Janis Urosevic, ehemaliges Mitglied des Jugendclubs, als Erzähler auf der Bühne.


