„OIS OFFN! Ein musikalischer Theaterabend“ von Sandy Lopičić und Ensemble. Eine Gruppe von Menschen wird durch ein nicht näher genanntes Ereignis aus den Routinen des Alltags katapultiert. Sie finden sich in einem Zustand der Stille und des Stillstands wieder. Was sollen sie tun? Singen natürlich! Frei nach Franz Schubert und Wilhelm Müller: „Ist es der Nachklang unsrer Lebenspein? / Soll es das Vorspiel neuer Lieder sein!“ Regisseur und Musiker Sandy Lopičić inszenierte diesen musikalischen Theaterabend gemeinsam mit dem Ensemble, das, begleitet von Live-Musikern, eine Bandbreite von populären Musikstücken von Volksliedern bis Popsongs darbieten wird.
„Flüstern in stehenden Zügen“ von Clemens J. Setz. C ist allein, nicht nur physisch, sondern auch emotional. Seine scheinbar einzige Kontaktmöglichkeit zur Außenwelt ist das Telefon. Aber wen anrufen, wenn man niemanden hat? Was könnte es da Aufbauenderes geben als ein Telefonat mit einer dubiosen Kundenhotline oder die Absender all der nervigen Spam-Mails zur Rede zu stellen? Clemens J. Setz, ein Meister des Skurrilen, erschafft das ebenso tieftraurige wie humorvolle Porträt eines Menschen in der Isolation. Für die Inszenierung der Uraufführung zeichnet Anja M. Wohlfahrt verantwortlich, die mit ihrer letzten Inszenierung „Bookpink“ zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen war.
„Der große Diktator“ Ein Theaterstück nach dem Film von Charlie Chaplin. In seinem Meisterwerk von 1940 entzauberte Charlie Chaplin die demagogischen Strategien Hitlers und gab dessen größenwahnsinnige Ambitionen der Lächerlichkeit preis. Mit dem Wissen um den weiteren Verlauf der Geschichte im Gepäck, ist Regisseurin Clara Weyde mit dieser Inszenierung nicht an einer simplen Reproduktion der filmischen Vorlage interessiert, sondern sucht nach einer künstlerischen Auseinandersetzung auf der Höhe unserer Zeit. Für die Hauptrolle des größenwahnsinnigen Diktators Hynkel kehrt Julia Gräfner an ihre frühere Wirkungsstätte zurück. In der zweiten Rolle des jüdischen Friseurs, der ständig mit dem „Führer“ verwechselt wird, ist Alexej Lochmann zu sehen.
„Zitronen Zitronen Zitronen“ von Sam Steiner. In einer nahen Zukunft wird das Kommunikationsaufkommen per Gesetz auf 140 Wörter pro Mensch und Tag begrenzt. Bernadette und Olivia kämpfen inmitten daraufhin ausbrechender Unruhen um ihre Beziehung und eine Liebe ohne Worte. Ein soziales Experiment, ein politisches Statement, die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares. Nachdem Ende März die Theaterstream-Version der Inszenierung ihre Online-Premiere feierte, kommt nun die Bühnenversion in der Regie von Anne Mulleners zur deutschsprachigen Erstaufführung.
„Sterntagebücher“ nach Stanisław Lem. Mehr als 30 Jahre lang hat Lem seinen Helden Ijon Tichy, einen Wesensverwandten von Don Quixote, Baron Münchhausen und dem braven Soldaten Schwejk, auf interstellare Reisen geschickt: „Sterntagebücher“ ist ein so humorvolles wie gelehrsames Kursbuch menschlichen Strebens und Irrens, in die entferntesten Winkel des Alls teleportiert und damit ins Kenntliche vergrößert. Denn soweit der Mensch auch reist, er entkommt sich selbst nicht.
„Der Bau“ von Franz Kafka. In Franz Kafkas Text hat sich der namenlose Ich-Erzähler einen unterirdischen Bau angelegt, der ihm gleichermaßen geliebtes Heim, wie Verteidigungsburg gegen die unsichtbaren Gefahren ist, die er in der Außenwelt vermutet. Er vertieft sich in Reflexionen und Selbstgespräche, die immer wieder auch an ein abwesendes Gegenüber gerichtet sind, das er gleichermaßen vermisst wie fürchtet. Neben vielen Deutungsmöglichkeiten lässt sich der Bau in Kafkas gleichnamiger Erzählung nicht zuletzt als Metapher auf ein Theater im Stillstand lesen, in dem ein Schauspieler unbeirrt seinen Tätigkeiten nachgeht, ungesehen und ungehört von der Welt „da draußen“, und sich dabei tiefer und tiefer in seine eigenen Gedanken und Vorstellungswelten gräbt.


