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Das Rheingold: Eine andere Geschichte

in Düsseldorfer Schauspielhaus
Uraufführung/Premiere am 27. Mai 2021
Das Theater ermöglicht es, in fantastische Welten einzutauchen. Die Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel befreien den »Rheingold«-Stoff von Richard Wagner mit sarkastischem Witz und vitaler Energie vom historischen Ballast.
© Thomas Rabsch

Im Gewerbe der Mythenumdeutung kennen die beiden sich aus, für die Passionsspiele Oberammergau (»Moses«) und die Nibelungenfestspiele Worms (»Siegfrieds Erben«) haben sie unspielbare und ideologisch fragwürdige Stoffe aktualisiert und in neuem Gewand präsentiert. Auch Regisseur Roger Vontobel hat sich viel vorgenommen. Gemeinsam mit einem 14-köpfigen Ensemble, jungen Skater*innen, einer furchtlosen Band und allen Abteilungen des Schauspielhauses verwandelt er den Gustaf-Gründgens-Platz in ein riesiges Freilichttheater.

Hier gibt es die Geschichte des Zwergs Alberich zu sehen, der nach jahrhundertelanger Arbeit unter Tage ans Licht flieht, um ein besseres Leben zu suchen – ausgerechnet in einer Welt, von deren gnadenloser Einteilung in Sieger und Verlierer er nichts ahnt. An den Ufern des Rheins wird der hässliche Zwerg, der er nun mal ist, von drei schönen, reichen Nixen übel angemacht und fallen gelassen. Höhnisch lachend geben sie ihm mit auf den Weg, dass er nur der Liebe abschwören müsse, um steinreich und mächtig zu werden. Zur großen Überraschung der Rheintöchter tut Alberich genau das und prellt, ohne mit der Wimper zu zucken, seine geliebten Nixen um das Gold. Den Ring der Macht schmiedet sich der Zwerg, und er mischt sich ein mit seinem Schatz in den großen Streit der Götter und der Riesen um die Burg Walhall, wo nur das Geld zählt und Verträge nichts mehr gelten.

Der große Fantasyautor J. R. R. Tolkien schrieb einmal an seinen Sohn, er hege einen »brennenden privaten Groll gegen diesen verdammten, kleinen, ignoranten Adolf Hitler«, weil dieser für ihn »sämtliche germanischen Angelegenheiten ruiniert, pervertiert und für immer verflucht« habe. Dennoch legte Tolkien mit »Der Herr der Ringe« eine der bedeutendsten Überschreibungen der germanischen Mythen vor, die wir bis heute kennen. Und er rechtfertigte sein Vorgehen gegenüber dem Sohn wie folgt: »Man muss das Gute in Dingen verstehen, um das wahre Böse zu entdecken.«

Die Installation »Third Space« war ursprünglich für die Ruhrtriennale entwickelt worden und wurde für den Gustaf-Gründgens-Platz in Düsseldorf weiterentwickelt und neugestaltet. Die Flugzeugteile, aus denen die Installation besteht, darunter ein Heck in Originalgröße, hat sich das Künstlerkollektiv über das Internet bei der Bundeswehr in München besorgt.

Mitwirkende

Günter Senkel(Autor/in)
Florentine Kühne(Schauspieler/in)
Marie Jensen(Schauspieler/in)
Sarah Wilken(Schauspieler/in)
Florian Claudius Steffens(Schauspieler/in)
Sebastian Tessenow(Schauspieler/in)
Joscha Baltha(Schauspieler/in)
André Kaczmarczyk(Schauspieler/in)
Judith Bohle(Schauspieler/in)
Cennet Rüya Voß(Schauspieler/in)
Manuela Alphons(Schauspieler/in)
Florian Lange(Schauspieler/in)
Kilian Ponert(Schauspieler/in)
Thomas Wittmann(Schauspieler/in)
Andreas Grothgar(Schauspieler/in)
Luisa Bell(Tänzer/in)
Isoken Iyahen(Tänzer/in)
Johanna Oxenfort(Tänzer/in)
Ben Stüttgen(Tänzer/in)
Lisa Zaefferer(Tänzer/in)
Hanna Vien(Tänzer/in)
Marvin Blamberg(Komponist/in)
Keith O'Brien(Komponist/in)
Ansgar Prüwer(Bühnenbild)
Ellen Hofmann(Kostümbild)
Matthias Herrmann(Komponist/in)
Stefan Bischoff(Videodesign)
Takao Baba(Choreografie)
Janine Ortiz(Dramaturgie)

Spielzeiten

Samstag, 22. Mai 2021 (Voraufführung / Preview)
Montag, 24. Mai 2021 (Voraufführung / Preview)
Donnerstag, 27. Mai 2021 (Premiere / Uraufführung)
Freitag, 28. Mai 2021
Samstag, 29. Mai 2021
Sonntag, 30. Mai 2021
Donnerstag, 03. Juni 2021
Freitag, 04. Juni 2021
Samstag, 05. Juni 2021
Sonntag, 06. Juni 2021

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