Mit herzerwärmendem, bisweilen bösartigem Humor erzählt Alejchem eine Geschichte, die alles beinhaltet: Den Weg aus der Provinz in die Stadt, aus der Heimat in die Ferne, aus dem 'Alten Europa' in die 'Neue Welt', vom unbeschriebenen Blatt zum gefeierten Star. Von Holeneschti irgendwo am Schwarzen Meer treibt es Reizl und Leibl auf getrennten Wegen durch ganz Europa und von einer Bühne zur nächsten – ob sie sich am Ende wiederfinden?
In der Adaption des jüdischen Autorenteams Sam Hunter und Julie Paucker hat sich eine unkonventionelle, politisch engagierte, Rikscha fahrende Strassentheatertruppe von heute vorgenommen, die ausufernde, schnörklige, sehr jüdische und jiddische Geschichte dem Berliner Publikum nahezubringen: Mit all den politisch inkorrekten Fallgruben, die das beinhaltet. Der Roman – nur teilweise ins Deutsche übersetzt – ist eine Entdeckung des amerikanisch-deutschen Regisseurs Brian Bell für das deutschsprachige Theater und kommt gerade recht in einer Zeit, in der Theater sich neu erfinden – und öfter mal raus muss.


