Mit seinem Stück »Sladek« widmete sich Ödön von Horváth einem finsteren Kapitel der Weimarer Republik, der Schwarzen Armee. Diese paramilitärischen Ableger der Reichswehr waren frühe Indikatoren für die Greuel, die im Dritten Reich folgen würden. Am Beispiel des Soldaten Sladek erzählt Horváth vom Verlust der Menschlichkeit und der furchterregenden Macht der Gruppe.
In Lizzy Timmers Inszenierung des Stoffs überlagert sich die historische Erzählung mit Vignetten der Gegenwart, Sladek wandert geisterhaft-grotesk durch die Zeiten, eingebunden in ein großes musiktheatrales Räderwerk der Geschichte und der Bilder.
Die Inszenierung ist Teil des dezentralen und interdisziplinären Theaterprojekts »Kein Schlussstrich!«, in dessen Rahmen die Taten und Hintergründe des NSU künstlerisch thematisiert werden. Beteiligt sind neben dem Theaterhaus Jena zahlreiche Partner in fünfzehn Städten.
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