Die in unserer Kultur tief verankerte Unterscheidung hebt sie auf und bringt eine rein weibliche Besetzung von Performer:innen aller Altersgruppen sowie verschiedener körperlicher, tänzerischer und musikalischer Disziplinen zusammen, um mit ihnen die menschliche Dimension von Leben und Tod zu erkunden. Gemeinsam mit ihrem Ensemble, das sieben Jahrzehnte umfasst, bereist sie die europäische Tanzgeschichte auf der Suche nach den Verbindungslinien zwischen den Generationen und den kulturellen Verankerungen unserer Todesbilder und Fantasien.
In ihrer spektakulären Performance scheut Holzinger nicht, den Tod selbst zu sezieren: Sie entwirft ein Experimentierfeld der Extreme, auf dem sie mit ihrem Ensemble Totentänze als Sterbeübungen exerziert, mit der Frage, wie darstellbar wird, was nicht vorstellbar ist. Der Körper der Performer:innen wird zum Schauplatz metaphysischer wie anatomischer Erkundungen. Dabei wird die Tanztradition genauso zum Material wie die Musik und die Literaturgeschichte. Hochkultur genauso zur Fundgrube wie Unterhaltung, Stunt, Motocross und Hypnose. Florentina Holzinger bevölkert ihr eigenes Jenseitsreich mit den Abgründen und Ängsten unserer Zeit und stellt keine geringere Frage als die nach einer möglichen Spiritualität im 21. Jahrhundert.
Management und internationale Distribution: Something Great. Eine Auftragsarbeit der Ruhrtriennale. Produziert von Something Great, Spirit, Ruhrtriennale und Staatstheater Kassel. In Koproduktion mit Tanzquartier Wien, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, deSingel, Theater Freiburg und Julidans. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kulturabteilung der Stadt Wien. Mit freundlicher Unterstützung der Rudolf Augstein Stiftung, dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, Sektion IV – Kunst und Kultur, documenta Halle (Kassel), Montévidéo (Marseille). Dank an Uwe Leifheit, Impulstanz Wien.


