Eines ist Lessings Drama aus dem Jahr 1767 nicht: eine auftrumpfende Geschichte, die sich in die Brust wirft – von einem Lustspiel könnte man so etwas erwarten. »Minna von Barnhelm«, eine der brillantesten Dramenerzählungen der deutschen Literatur, ist vielmehr ein tastendes Stück. Wir sehen hier Figuren, die einander nicht verdrängen, sondern die danach suchen, füreinander wertvoll zu sein.
Die einander schützen wollen und bereit sind, dafür verschlungene – auch paradoxe – Wege zu nehmen. Andreas Kriegenburg wurde für seine Arbeiten in Theater und Oper vielfach ausgezeichnet. In Düsseldorf inszenierte er zuletzt Brechts »Dreigroschenoper« und Strindbergs »Ein Traumspiel«, das pandemiebedingt bisher noch nicht zu sehen war.


