Mit zwei Diskussionsveranstaltungen lädt das Schauspiel Stuttgart zu einer weiterführenden und vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und Fragen der Nachhaltigkeit ein. Der Filmemacher und Autor Andres Veiel spricht mit dem Publikum über sein Stück und seinen Film Ökozid und berichtet von seinen Recherchen zum Klimawandel und der Klimapolitik. Ebenfalls wird im SWR2 Forum über das Thema „Green Deal in der Kunst. Kann Kultur klimaneutral sein?“ diskutiert.
Uraufführung "Ökozid" von Andres Veiel ist ein Traktat, Drama und forensische Untersuchung – ein Gerichtsprotokoll aus der Zukunft. Eine Koalition von 31 Staaten des Globalen Südens klagt vor dem Internationalen Gerichtshof gegen die Bundesrepublik Deutschland in der Hoffnung, ein Präzedenzurteil werde die Möglichkeit eröffnen, auch andere Industrienationen zur Verantwortung zu ziehen. Bisher galt der Klimawandel als eine Katastrophe in Zeitlupe, ein Verbrechen an der Zukunft, dessen Beweise in der Gegenwart geschickt vertuscht werden.
Das Theaterstück Ökozid basiert auf dem gleichnamigen Spielfilm des renommierten Dokumentarfilmers Andres Veiel, der für große Furore gesorgt hat. Die Theaterfassung verdichtet die Handlungsstränge des Spielfilms zu einem Schlagabtausch über die Auswirkungen des Klimawandels und den daraus resultierenden wissenschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen.
In jeder Vorstellung wird ein prominenter Gast auftreten, der ein etwa 15-minütiges Statement im Rahmen der auf der Bühne etablierten Gerichtsverhandlung hält. Yvonne Aki-Sawyerr, die die Keynote sprechen wird, ist seit 2018 Bürgermeisterin von Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones. Als Mitglied im Mayors Migration Council setzt sie sich u.a. für die Transformation von Großstädten angesichts des Klimawandels ein.
Ziel der Inszenierung Ökozid ist es, den Blick in eine mögliche Zukunft zu richten und Teil der gesellschaftlichen Debatte um Chancen und Risiken des technischen Fortschritts zu werden. Da die Zukunft nur global gedacht werden kann, ist es dem Regieteam um Burkhard C. Kosminski ein Anliegen, gewichtigen Stimmen eine Bühne zu bieten, die ihre Visionen zu den Herausforderungen, mit denen die Menschheit aufgrund des Klimawandels konfrontiert ist, entwickeln.
Stuttgarter Premiere "An und Aus" von Roland Schimmelpfennig verarbeitet die Eindrücke der ersten Japanreise des Autors sowie seine Empfindungen zur Nuklearkatastrophe von Fukushima. Auch wenn die Reaktorkatastrophe schon mehr als zehn Jahre zurückliegt, bleibt die Bedrohung durch Atomkraft angesichts neuer Diskussionen über Kernkraft als emissionsarme Energiequelle und den steigenden Ausbau der E-Mobilität hochaktuell.
An und Aus ist ein surreales Märchen über die metaphysische Verzweiflung von uns Modernen, die wir wie Höhlenbewohner in unseren Wohlstandshöllen leben. Wehmütig schauen Schimmelpfennigs Paare auf ihr bisheriges Leben und sehnen sich nach der Zeit zurück, in der sie ihr Leben noch vor sich hatten.
KLIMA-EXTRAS: Andres Veiel im Gespräch mit dem Publikum und eine Podiumsdiskussion über den Green Deal in der Kunst.


