In Kaspar from abroad wird Kaspar zu einem Schauspieler, der seine Heimat verlassen hat und dessen Handwerkszeug, die Sprache, nutzlos geworden ist. Kaspar sieht sich einer Welt gegenüber, deren Bühnensprache ihn in seinem Ausdruck limitiert und deren Produktionsstrukturen sich als feindlich erweisen.
Die Inszenierungsidee kam dem Regisseur und Hauptdarsteller Nikos Konstantakis, als er nach acht Jahren in Deutschland seine erste Rolle komplett auf Deutsch spielte. Was wie Folter begann, wurde für ihn zum Weg zur Selbstermächtigung: Versatzstücke aus seinem persönlichen Erfahrungshorizont verweben sich mit Zitaten von migrantischen Schauspieler*innen, die ihre Erfahrungen auf deutschen Bühnen schildern. Kaspar from abroad markiert neben der Bedeutung von Sprache als Medium der Selbstvergewisserung explizit auch die Bedeutung der Beherrschung von Sprache, nämlich als Kriterium der Beurteilung durch Andere.
Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.


