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Feinstoff: Vier Versuche mit Seide

Uraufführung/Premiere am 03. Dezember 2021
In seinem Auftragswerk verwebt der Autor Lars Werner sechs Jahrhunderte Cottbuser Geschichte zu einem Stück über Strukturwandel, Macht und Maulbeerbäume. Der in Dresden geborene Autor erzählt in "Feinstoff" vier Cottbuser Geschichten, die von der Vergangenheit bis in die entfernte Zukunft reichen.
© Marlies Kross

Als Strippenzieher der Erzählung erschafft ein Stadtplaner die verschiedenen Szenen, die jeweils Ausschnitt einer Epoche sind: Im 18. Jahrhundert verlangte es Friedrich II. nach Seide aus preußischer Produktion. Einige der dafür gepflanzten Maulbeerbäume stehen noch heute in Cottbus. Die Wetterbedingungen haben es der Seidenproduktion jedoch oft schwer gemacht. Nachdem ein Vulkanausbruch dem ersten Versuch mit Seide ein Ende bereitet hat, wuchsen im 20. Jahrhundert, im Dritten Reich, wieder Maulbeerbäume in den Cottbuser Straßen. Diesmal, um Seide für die Fallschirmjäger zu gewinnen. Die private Aufzucht der Bäume und Gewinnung von Seide reicht bis in die DDR. Ob das Klima die Cottbuser Seide eines Tages begünstigen wird?

Die Inszenierung von Rafael Ossami Saidy und seinem Team hebt die Cottbuser Geschichte(n) in den Vordergrund und verwebt die Zeitebenen wie seidene Fäden zu einem großen Ganzen. Dabei stehen jene widerständigen Menschen im Fokus, die die Geschichte vergessen hat. In der Gesamtkomposition – mit der Musik von Simon Kluth, dem Bühnenarrangement von Susanne Brendel und virtuosem Rollenwechsel als Spielprinzip – erschafft Ossami Saidy mit den Spieler*innen einen Seiden-Versuch nach dem anderen. Dabei destilliert er mit der Dramaturgin Ana Edroso heraus, dass der Machtanspruch der Figuren gegenüber ihrer Umwelt stets ein Ablaufdatum hat. Ausgehend von dem Aspekt des Klimawandels geht Bühnen- und Kostümbildnerin Susanne Brendel mit vorhandenen Objekten um. Statt neu zu produzieren, hat sie Bestehendes bearbeitet und daraus eine mehrdimensionale Bühnen-Landschaft kreiert, aus der die verschiedenen Zeiten entstehen.

Der Autor Lars Werner schreibt Theaterstücke und Hörspiele. Er ist Mitbegründer der Berliner Ringtheaters. Für sein Stück „Weißer Raum“ erhielt er 2018 den Kleist-Förderpreis. Seit 2021 ist er Stipendiat am Nationaltheater Mannheim im neu gegründeten Institut für Digitaldramatik. In der Recherchephase zu FEINSTOFF hat er sich an den verschiedenen Orten in Cottbus intensiv mit der Geschichte der Region befasst.

Mitwirkende

Lars Werner(Autor/in)
Ana Edroso Stroebe(Dramaturgie)
Susanne Brendel(Bühnenbild)
Sophie Bock(Schauspieler/in)
Thomas Harms(Schauspieler/in)
Johannes Scheidweiler(Schauspieler/in)
Susann Thiede(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 03. Dezember 2021 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 15. Dezember 2021
Mittwoch, 29. Dezember 2021

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