Doch die historischen Orte, Personen und ihre Handlungen funktionieren in Aida nicht als antike Fundstücke der archäologischen Forschung, sondern als lebendige Metaphern. Sie formulieren den krisenhaften Zustand des Individuums inmitten von verkrusteten Systemen und konkurrierenden Machtverhältnissen, die Orientierungslosigkeit der Einzelnen in einer sich hektisch entwickelnden, vom Expansions- und Fortschrittsfieber ergriffenen, europäischen Menschheit im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Flankiert von unsterblichen Opernmelodien wie „Celeste Aida“ oder dem Triumphmarsch mündet Verdis einzigartiger Psychokrimi im anrührenden Opfer- und Liebestod der Titelheldin.
Opera lirica in vier Akten
Text von Antonio Ghislanzoni nach einem Szenario von Pascha François Auguste Ferdinand Mariette
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


