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18 Briefe und eine Fabel aus Belarus

Uraufführung/Premiere am 23. April 2022
Der belarussische Präsident Lukaschenko beanspruchte nach der Wahl am 9. August 2020 einen erdrutschartigen Sieg für sich, während die oppositionelle Kandidatin überraschend deutlich unterlag. Die Opposition um Swetlana Tichanowskaja bezeichnete die Vorgänge daraufhin öffentlich als Wahlbetrug.
© Schauspiel Stuttgart

Frauen wie Tichanowskaja, Maria Kalesnikava sowie Aktivist:innen und Unterstützer:innen wurden schnell zu Symbolfiguren der belarussischen Protestbewegung. In Brautkleidern und mit roten Blumen prägten sie die medialen Bilder im Westen, in ihren Reden dagegen unterwanderten sie die klassisch weiblich-passiven Rollenzuschreibungen der Regierung. Zahlreiche Personen, die man den Protesten zuordnete, wurden im Herbst 2020 umgehend außer Landes gezwungen oder inhaftiert.

Mit 18 Briefe und eine Fabel aus Belarus verschneidet Maryna Mikhalchuk dokumentarische Versatzstücke der jüngsten belarussischen Vergangenheit mit dem autobiografischen Roman Camel Travel von Volha Hapeyeva. In ihrem 2021 erschienenen Debüt beschreibt die Autorin das Aufwachsen im (post-)sowjetischen Minsk der späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Zwischen Flechtfrisuren, rhythmischer Sportgymnastik und Pelmeni deutet die Autorin aus einer kindlichen Perspektive bereits den Weg in ihre eigene Politisierung an – und gibt Hinweise auf die Generation der Belaruss:innen, die im August 2020 auf die Straße gingen und heute Briefe aus der Haft schicken.

Die russische Invasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 und die Ankunft von hunderten Geflüchteten in Stuttgart ließen die Regisseurin zudem inhaltlich neu über den Stoff nachdenken. Ergänzend lud die gebürtige Belarussin Mikhalchuk Geflüchtete aus der Ukraine ein, Teil der Inszenierung zu werden. So werden die Geschichten über Gefangenschaft und demokratischen Widerstand nun von acht ukrainischen Frauen interpretiert, wodurch sich der Abend um eine zusätzliche unmittelbar dokumentarische Ebene erweitert.

Mit Texten aus Camel Travel von Volha Hapeyeva.

Inszenierung: Maryna Mikhalchuk, Bühne: Hannah Zickert, Kostüme: Natalie Nazemi, Musik: Natasha López, Guillermo González, Licht: Stefan Maria Schmidt, Dramaturgie: Lena Meyerhoff.

Mitwirkende

Hannah Zickert(Bühnenbild)
Natalie Nazemi(Kostümbild)
Natasha López(Komponist/in)
Guillermo González(Komponist/in)
Lena Meyerhoff(Dramaturgie)
Evgenia Dodina(Schauspieler/in)
Therese Dörr(Schauspieler/in)
David Müller(Schauspieler/in)
Valentin Richter(Schauspieler/in)
Khrystyna Dovbysh(Schauspieler/in)
Tetiana Humeniuk(Schauspieler/in)
Iryna Iusukhno(Schauspieler/in)
Hanna Krzheminska(Schauspieler/in)
Rimma Musiychuk(Schauspieler/in)
Iryna Scherbak(Schauspieler/in)
Maryna Vlasenko(Schauspieler/in)
Tetiana Ziubanova(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 23. April 2022 (Premiere / Uraufführung)
Montag, 25. April 2022
Freitag, 13. Mai 2022
Dienstag, 24. Mai 2022
Sonntag, 29. Mai 2022
Sonntag, 05. Juni 2022
Dienstag, 07. Juni 2022

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