Doch die hatten eigentlich mit einer Computerschulung gerechnet – und auch Anna ist zunächst wenig begeistert, sich als Theaterprofi um Laien kümmern zu müssen. Nach anfänglicher Skepsis und Widerstand gegen die verpflichtende Maßnahme wird aus den frustrierten Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfern jedoch im Laufe der Probenarbeit zu Sophokles‘ „Antigone“ eine eingeschworene Truppe. Und so ist Annas Kündigung am Ende vielleicht doch ein Geschenk.
Der bei aller sympathischen Leichtigkeit auch berührende Kinofilm des deutschen Regisseurs und Drehbuchautors Oliver Haffner gewann bei seiner Premiere auf dem Filmfest München 2014 den Publikumspreis – zu Recht. Jetzt hat Haffner sein eigenes Drehbuch für die Bühne adaptiert. Das Theater Pforzheim präsentiert diese mit feinem Gespür für Zwischentöne erzählte Geschichte um diejenigen, die nicht im Rampenlicht der Leistungsgesellschaft stehen, als Schauspiel-Uraufführung.
Frank Matthus wurde 1964 in Berlin geboren. Nach einem Studium an der Schauspielschule „Ernst Busch” war er als Schauspieler am Berliner Ensemble engagiert. In den 1990er Jahren spielte er zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen, u. a. die Titelrolle in dem lettischen Kinofilm „Der Klavierspieler”. Seit 1991 arbeitet Matthus als freischaffender Regisseur in den Bereichen Schauspiel, Musical und Oper in Deutschland, der Schweiz und Kanada. Frank Matthus ist Mitbegründer des Theatersommers Netzeband (1996) und der Fontanefestspiele Neuruppin (2010). Von 2015 bis 2018 war er Künstlerischer Direktor der Kammeroper Schloss Rheinsberg.


