Szenen aus dem prallen Leben stehen neben packenden musikalischen Naturschilderungen, eingängige Melodien neben nachdenklichen Reflexionen über das Leben und seine Vergänglichkeit, große Oratoriumsszenen neben volkstümlichem Singspiel voller Witz, aber auch derbem Humor.
Für den Direktor des Wiener Staatsballetts Martin Schläpfer reicht die Idee, sich von Haydns »Die Jahreszeiten« zu einem abendfüllenden Tanzstück inspirieren zu lassen, in die frühen 1990er Jahre zurück, als er noch am Anfang seiner Choreographen-Karriere stand. Mehr als 25 Jahre später bringt er diese nun auf die Bühne – mit dem Wiener Staatsballett, Solistinnen und Solisten des Sängerensembles, dem Arnold Schoenberg Chor und dem Orchester der Wiener Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Adam Fischer alternierend mit Jendrik Springer.
Für die Gestaltung der Bühne und Kostüme steht Martin Schläpfer die schwedische Künstlerin Mylla Ek zur Seite. Aus dem Gehäuse einer Meeresschnecke hat sie einen Bühnenraum abstrahiert, der sich den Jahreszeiten entsprechend verwandelt, eng, kalt und dunkel oder groß, warm und hell sein kann – ein Ort, an dem Martin Schläpfer zu Haydns Komposition seine Tanz-Bilder entfaltet: Bilder von Menschen aufgehoben in ihrem Mikrokosmos, aber auch ausgesetzt in den Weiten des Universums.


