Er verfasste mit seiner einzigen Oper eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt Buenos Aires und revolutionierte dabei den Tango, indem er argentinische Folklore mit klassischer, moderner Musik und Jazz verschmolz. Der Uruguayer Horacio Ferrer war als Lyriker, Schriftsteller und Journalist tätig. In seinen fantasievollen, traumähnlichen, teils surrealistischen Gedichten sah Piazzolla das gleiche, was er mit seiner Musik ausdrücken wollte.
Mit María de Buenos Aires schufen Ástor Piazzolla und Horacio Ferrer ein Stück, das stellvertretend für den Tango Argentino steht. Ein packender, melancholischer Tanz, geboren in den heruntergekommenen Vierteln von Buenos Aires und entstanden aus dem Kampf mit der Not, ist die Seele der Tango-Oper María de Buenos Aires.
Die musikalische Leitung hat Natalia Salinas. Die junge Argentinierin ist fest in der südamerikanischen Konzert- und Opernwelt verhaftet und dirigierte u. a. an den zwei größten argentinischen Opernhäusern, dem Teatro Colón und dem Teatro Argentino de La Plata. Seit 2019 ist sie vermehrt auch in Europa tätig. Ein Schwerpunkt ihres Schaffens bildet die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Auch der Regisseur Marcos Darbyshire stammt aus Argentinien. Nach der Ausbildung zum Pianisten in seiner Heimat zog er nach Europa und verlegte sich zunehmend auf Regiearbeiten. Mit der 1968 uraufgeführten María de Buenos Aires gibt er sein St.Galler Debüt. Die Titelrolle wird interpretiert von der litauischen Mezzosopranistin Ieva Prudnikovaite, die am Theater St.Gallen schon in Der unsterbliche Kaschtschei von Rimski-Korsakow und in der Krenek-Fassung von Monteverdis L’incoronazione di Poppea zu erleben war.


