Der Wald wird so zum magischen Ort fortwährender Verwandlungen: Der Weber Bottom, der mit seinen Freunden ein Theaterstück zur Hochzeit des Herzogspaares einstudiert, verwandelt sich in einen Esel, in den sich die Elfenkönigin Titania verliebt. Und dann beträufelt auch noch Puck versehentlich die falschen Lider der schlafenden Liebenden mit dem Nektar der Zauberblume und löst dadurch ein Chaos der Gefühle aus. Am frühen Morgen ist der schöne Spuk, der sommerliche Traum, beendet und ein neuer Tag bricht an.
Shakespeares Komödie A Midsummer Night’s Dream hatte bereits zahlreiche Vertonungen erfahren, als Benjamin Britten gemeinsam mit seinem Lebensgefährten, dem Tenor Peter Pears, die Oper für das von ihm gegründete Aldeburgh Festival schreibt. Die beiden orientieren sich eng an der literarischen Vorlage, kürzen die ursprünglich fünfaktige Komödie jedoch auf drei Akte.
Eigentlich war die Oper für eine Kammerorchester-Besetzung entstanden, doch nachdem Britten die Chance erkannt hat, in dem Stoff die verschiedenen Welten der Fabelwesen, Liebenden und Handwerker abzubilden, erweitert er die Partitur für ein größeres Orchester. Das Ergebnis ist eine farbenreiche Komposition, welche die Feenwelt mit Harfenglissandi, Xylophon und Celesta neben Oberons Countertenor-Stimme, Titanias Koloraturen und Pucks gesprochenen Worten gestaltet. Die Liebenden hingegen werden von Streichern und Holzbläsern begleitet, während die Szenen der Handwerker durch tiefe Holz- und Blechbläser, Kontrabässe und Schlagzeug ausgestaltet sind.


