Sie alle ziehen in den Wald, wo sich Wünsche erfüllen und böse Flüche lösen sollen. Aber je tiefer sich die Märchenfiguren im dunklen Wald verirren, desto klarer wird, dass manche Wünsche besser nicht in Erfüllung gehen sollten.
»Into the Woods« ist ein aberwitziges Musical, das Stephen Sondheim 1987 am Broadway herausbrachte und das mit über 700 Vorstellungen einer seiner größten Erfolge wurde. Der Songtexter und Komponist Sondheim steht für eine besondere Form des amerikanischen Musiktheaters, das sich durch eine intelligente und überraschende Handlung ebenso auszeichnet wie durch Sprachwitz und musikalische Anspielungen.
Bereits die Broadway-Premiere von »Into the Woods« versetzte das Publikum im Jahr 1987 gleichermaßen in Erstaunen wie in Ekstase: Hatten Komponist Stephen Sondheim und Buchautor James Lapine doch für den revolutionären Plot unter anderem die Grimm’schen wie auch andere bekannte Erzählungen wild durcheinandergewirbelt, um sie in ihrer Musical-Adaption als aberwitzig-düsteres Märchenkaleidoskop zu präsentieren. In der Folge eroberte das mit dem begehrten Tony-Award für Buch und Musik ausgezeichnete Musical nicht nur immer wieder von neuem preisgekrönt die Musiktheater weltweit, sondern auch in einer starbesetzten Kinofassung die Leinwände der internationalen Lichtspielhäuser.
Musicalfans und Märchenfreunde können sich in den Bühnen-Zauberwald begeben, um den vermeintlich wohlbekannten Märchenprotagonist*innen aus ihren Kindertagen neu zu begegnen – und um am Ende der Geschichte(n) festzustellen, dass das Erreichen des Ersehnten nicht zwangsläufig zum Glück führt.
Mit ihrer jüngsten Neuproduktion erweitert die Semperoper ihr Musical-Repertoire. In »Into the Woods« wird auf den vollen orchestralen Sound der populären Filmfassung zugunsten einer Fassung mit Projektorchester verzichtet: Unter der Musikalischen Leitung von Max Renne kommt die Aufführung in der von Sondheim ursprünglich angedachten kleinen Besetzung mit zwei Klavieren, Schlagzeug und Kontrabass zur Premiere, wobei sich die Inszenierung von Manfred Weiß sehr bewusst auf die wesentliche gesellschaftskritische Aussage dieser musikalischen Märchenerzählung für Erwachsene konzentriert.


