Doch was treibt Macbeth auf diese Abwege, zu unstillbarer Machtgier und zu Königsmord? Ist es sein eigener Ehrgeiz, sind es die Ambitionen seiner Frau oder die Prophezeiungen der drei Schicksalsschwestern, die gekonnt mithilfe der Wahrheit täuschen, ihm schlaflose Nächte und Wahnvorstellungen bescheren? In jedem Fall bestätigt die tragische Geschichte von Aufstieg und Fall des Tyrannen Sigmund Freuds ernüchternde Einsicht, dass unter dem dünnen Lack von Zivilisation, der die Menschen umhüllt, eine Rotte von Mördern steckt.
Im Schauspielhaus Graz wird Stephan Rottkamp das sagenumwobene Stück inszenieren, das von abergläubischen angelsächsischen Theaterleuten bis heute nicht bei seinem Titel genannt, sondern nur als „Scottish Play“ bezeichnet wird.


