Anders als gewohnt wird die aktuelle Spielzeit durch eine von Cecilia Bartoli selbst gestaltete Woche zu Ehren Gioachino Rossinis verlängert – die Rossini Mania. Die Bartoli tritt im Rahmen dieses Gastspiels der Opéra Monte-Carlo als zentrale Sängerin vor ihr Publikum.
Dass diese Ehrung des großen Komponisten gerade im Sommer 2022 geschieht, kommt nicht von ungefähr. Schließlich hat exakt 200 Jahre zuvor ein einzigartiges, vielbeachtetes Kultur-Ereignis stattgefunden, das als »Wiener Rossini-Fieber« in die Musikgeschichte eingegangen ist und auch hierzulande für die dauerhafte Popularität des italienischen Tonschöpfers sorgte.
Auf dem Programm stehen unter der musikalischen Leitung von Gianluca Capuano drei Vorstellungen von Il turco in Italia, eine semiszenische Aufführung von La cenerentola sowie zum Abschluss eine Rossini-Gala, die zahlreiche namhafte Künstler*innen versammelt. Es spielt das von Bartoli gegründete Orchester Les Musiciens du Prince-Monaco, es singt der Choeur de l'Opéra de Monte-Carlo.
Cecilia Bartoli über ihre kommenden Auftritte: »Als Bogdan Roščić mich fragte, ob ich Interesse hätte, 2022 eine Art Carte blanche anzunehmen, verband ich diese ehrenvolle Einladung sofort mit dem »Rossini-Fieber«, das Wien 1822 überkam – und die Idee war geboren, ein wenig an diesen musikalischen Erdrutsch zu erinnern, der Wien mitriss, als Rossini in dieser Stadt ankam und seine besten Werke präsentierte. Umso mehr freut es mich, gemeinsam mit meinen wunderbaren Kolleginnen und Kollegen dieses musikalische Ereignis wieder in Erinnerung zu rufen. Ich kann es kaum erwarten, mit Rossini nach Wien zu kommen!«
Das Gastspiel der Oper von Monte-Carlo findet unter der Patronanz S. D. Fürst Albert II. von Monaco statt. Die Rossini-Gala ist ein Benefizabend zugunsten von AMADE (Association Mondiale des Amis de l'Enfance) unter der Schirmherrschaft und Präsidentschaft von I.K.H. Prinzessin Caroline von Hannover.
Anlässlich des Rossini-Schwerpunkts findet ein eintägiges Symposium statt, das sich mit dem Komponisten und seinem Einfluss auf Wien beschäftigt. Wie heftig war das berühmte Rossini-Fieber wirklich? Was wusste Rossini über die Wiener Komponisten-Szene? Hat er Franz Schuberts Durchbruch als Opernkomponist wirklich verhindert? Und welchen Einfluss hatte Rossini auf die Wiener Musik? All diesen Fragen gehen Forscherinnen und Forscher nach. Der Eintritt ist frei, Zählkarten sind hier erhältlich sowie an den Kassen erhältlich (solange der Vorrat reicht).


