Um die Mittsommerwende, im alljährlichen Sängerwettbewerb, bietet der Goldschmied Veit Pogner die Hand seiner Tochter Eva als Preis an. Der Schuster Hans Sachs, der Stadtschreiber Sixtus Beckmesser und ein frecher Newcomer, der adlige Walther von Stolzing, ringen um sie. Jeder tut es mit eigenen Mitteln: Walther muss einige Hürden bewältigen, bis er Eva heiraten kann und im Kreis der Meister aufgenommen wird. Zwischen Sachs und Beckmesser geht es nur scheinbar darum, wer die Braut heiraten darf. Hier prallen zwei grundverschiedene Lebensmuster aufeinander. Doch die beiden ergänzen sich in ihren unterschiedlichen Ansichten. Sie sind untrennbar: Der eine kann nicht ohne den anderen.
Im Gegensatz zu den Vorlagen, die von einem aristokratischen Weltbild ausgingen, komponierte Wagner mit den Meistersingern eine bürgerliche Oper und Parodie der mittelalterlichen Minnesänger.
Die Entstehung der Meistersinger führt durch zwei Jahrzehnte, quer durch Europa. In Böhmen verfasste Wagner die ersten Entwürfe, in Wien kam es zu den Prosaentwürfen und in einem Pariser Hotelzimmer formte er seine Figuren weiter. Wagners deutsche Meister sind also – zum Teil – im Ausland geboren. Ein Zusammenspiel von Komik und Tragik schwebte dem Komponisten dabei vor. Doch in der verträumten Sommernacht wird das Spiel plötzlich vom Wahn beherrscht und endet in einer sinnlosen Massenprügelei. Ein »merkwürd’ger« Johannistag.


