In Deborah Epsteins Inszenierung wird die Theaterbühne zum Tonstudio. Mit Zeitungspapier, VHS-Tape, Metalleimern, Wassergläsern, Loopstation und vielem mehr vertonen die Spielenden Geschichten für Groß und Klein und entlocken den Alltagsgegenständen neue, ungewohnte Klänge – so wie auch die Erzählungen von Franz Hohler das Alltägliche mit dem Außergewöhnlichen verbinden: Da leiden zum Beispiel Mücken unter Höhenangst und Prinzen fahren Bus und erlösen verzauberte Billettautomaten. Auch Gedichte von Hohler werden vertont, Lieder gesungen und Erzählungen mit Videos illustriert. Wenn nicht andauernd diese unvorhergesehenen Erschütterungen wären! Mit der Zeit lassen sich die Erdbeben und die damit entstehenden Risse immer schlechter ignorieren.
Bereits vor 50 Jahren hat Franz Hohler in „Der Weltuntergang“ gewarnt, wie das Aussterben eines Käfers zum Ende der Menschheit führen kann. Heute wissen wir, dass alle sieben Minuten eine Tier- oder Pflanzenart ausstirbt. Auch wenn Hohler insbesondere für seine humorvollen Texte und Kindergeschichten bekannt ist, so ist in seinem Werk auch immer wieder von dem filigranen Gleichgewicht der Natur die Rede. Die Themen Umwelt und Fürsorge ziehen sich als roter Faden durch diesen Abend, der selbstverständlich auch nach einem Hohler-Gedicht („Des einen Freud“) benannt ist.
„Für alle Fische muss die Sintflut ein Fest gewesen sein“ begibt sich mal heiter, mal nachdenklich quer durch Hohlers Werk, das von den Schweizern Matthias Schoch und Gabriel Noah Maurer, sowie der Schauspielerin Margit Maria Bauer, die bereits fast 20 Jahre in der Schweiz wohnt, auf Mundart und Hochdeutsch kreativ vertont wird. Das Stück ist sowohl für Erwachsene als auch für Familien mit Kindern ab 12 Jahren geeignet.
Die Vorstellungen werden mit einer Audiodeskription in deutscher Sprache für Menschen mit einer Sehbehinderung angeboten.


