Oder so eine andere Pause sind ja die Ostgaragen mit den uralten Pachtverträgen, die damals allen ihre Bauvorhaben versaut haben. Ein ewig langer Vertrag und da konnten die Leute nichts bauen. Das war ja auch eine Pause für die Bauunternehmer. Die konnten es nicht fassen, dass da lieber in den Garagen eine Pause gemacht wurde, als sich auszahlen zu lassen. Sich auszahlen lassen ist keine Pause, Kaffeetrinken auch nicht. Also alles, was aussieht wie Pause, ist keine. Aber da standen überall Garagen im Osten wie gedrückte Pausentasten rum. Da war vielleicht mal Pause.
Wir spielten hier mal ein Stück, das hieß Garage. Von einem Russen. Das Stück war einfach eine Versammlung von Leuten, die so Garagen haben. Die waren auf der Bühne die ganze Zeit und haben geredet. Und das haben wir immer aufgebaut, das bestand nur aus lauter Rohren, weil es spielte in einem Heizungskeller oder so. Nur Rohre, also aus Pappe, da konntest du keine Flüssigkeit, nichts reinlaufen oder durchlaufen lassen, durch die Rohre. Die waren aus Pappe, und die mussten wir immer aufbauen. Da hast du doch mitgemacht, er saß die ganze Zeit da und musste so tun, als ob er schläft.
Schwedt, Juni 1968. Benno Besson, Heiner Müller, Gerhard Winterlich und die anderen Herren, die an diesem Abenteuer teilnahmen, hatten mich damit beauftragt, die ganze Geschichte im Zusammenhang mit dem Sommernachtstraum aufzuschreiben, mit allen Einzelheiten, und nichts zu verschweigen als nur den Schauplatz der Ereignisse, und auch das nur, weil dort noch ungehobene Schätze liegen. So ergreife ich denn im Jahre 2022 die Feder und wandere im Geist zurück zu der Zeit, als mein Vater noch Arbeiterschauspieler in Schwedt war. Wie es damals hieß. Damals war ich knapp 7, heute bin ich ein reifer Mann. Aber bis heute habe ich den Tag nicht vergessen, als …
Aber du hast doch schon Schwedt gesagt. Du sagtest doch, da wären noch andere Schätze zu heben und dass du die Lage der Insel verschweigen wirst. Aber du hast doch schon Schwedt gesagt!


