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Ophelia’s Got Talent

Uraufführung/Premiere am 15. September 2022
In der Dämmerung des ‘Age of Aquarius’ steigen die Geschichten der Erbinnen Ophelias unvermeidlich an die Wasseroberfläche empor. Diese Geschichten, die von den mythologischen Wasserwesen geprägt sind, thematisieren die Herausforderungen und Transformationen in einer von klimakatastrophalen Szenarien geprägten Gegenwart.
© Apollonia T. Bitzan

Auf dem nassen Terrain der Bühne wird das Ophelia-Sein trainiert: die Verkörperung der sie umgebenden Gesetzmäßigkeiten und die bewusste Befriedigung fremder Phantasien sind Teil eines ambivalenten Spiels, dessen Meisterin sie ist. Die Narrative ihrer Vorfahren Leda, Melusine, Undine, der Nymphen, Nereiden oder Sirenen sind es, die immer noch die heutigen Biografien prägen. Als exzellente Tänzerinnen, die die Musik lieben und Menschen ins Wasser locken, in die Tiefe zwingen und sie dort in den Spiegel der Venus blicken lassen, bleibt doch der wahre Ort ihrer Bedeutung im Dunkeln, untergegangen und auf den Grund gesunken. Und nur der Fäulnisprozess treibt ihre Körper an die Oberfläche, wo sie treiben, bis man sie findet, oder sie zerfallen, Eins geworden mit der Natur.

Wasser ist das Element der Anpassung und gleichzeitig Sinnbild seiner Fähigkeit zur Ausdehnung, einer endlosen, ewigen, unauflösbaren Einheit mit der Außenwelt.

Weiblichkeit wurde ikonografisch häufig mit Wasser in Verbindung gebracht. Und mit dem Tod: Stehend am wellenlosen Teich ist es synonym für die Domestizierung der weiblichen Subjektivität, Schaum auf dem Meer das Ergebnis ihrer Auflösung, ein Fischschwanz das Bild ihrer aberkannten Sexualität.

In einer ozeanischen Landschaft voll kulturgeschichtlicher Referenzen zu Wasserwesen und ertrunkenen Unbekannten geht es nicht nur darum, wie man den prekären Umständen einer von klimakatastrophalen Szenarien geprägten Gegenwart durch Training entkommen kann, sondern auch um die Spekulation auf neue Lebensformen, die diese Umstände in sich aufgenommen, verwandelt, zu neuen Wesen machen.

Fluktuation, Reflexion, Reproduktion, Heilung und Gewalt: in Florentina Holzingers neuer Arbeit vollzieht das multidisziplinäre Ensemble aus mehreren Generationen eine physische Studie zur Psychologie des Wassers im 21. Jahrhundert.

Mitwirkende

Melody Alia(Tänzer/in)
Saioa Alvarez Ruiz(Tänzer/in)
Inga Busch(Tänzer/in)
Renée Copraij(Dramaturgie)
Sophie Duncan(Tänzer/in)
Fibi Eyewalker(Tänzer/in)
Paige A. Flash(Komponist/in)
Annina Machaz(Tänzer/in)
Xana Novais(Tänzer/in)
Netti Nüganen(Tänzer/in)
Urška Preis(Komponist/in)
Zora Schemm(Tänzer/in)
Greta Grip(Tänzer/in)
Golda Kaden(Tänzer/in)
Izzy Kleiner(Tänzer/in)
Lea Schünemann(Tänzer/in)
Nike Strunk(Tänzer/in)
Zoë Willens(Tänzer/in)
Stefan Schneider(Sounddesign)
Nikola Knežević(Bühnenbild)
Anne Meeussen(Lichtdesign)
Melody Alia(Videodesign)
Renée Copraij(Dramaturgie)
Sara Ostertag(Dramaturgie)
Fernando Belfiore(Dramaturgie)
Michele Rizzo(Dramaturgie)
Johanna Kobusch(Dramaturgie)
Dana Tucker(Bühnentechnik)
Stephan Werner(Bühnentechnik)
Katharina Wallisch(Produktionsleitung)

Spielzeiten

Donnerstag, 15. September 2022 (Premiere / Uraufführung)
Samstag, 17. September 2022
Sonntag, 18. September 2022
Montag, 19. September 2022
Sonntag, 25. September 2022
Montag, 26. September 2022

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