Kreatur, Feind, Gespenst, Dämon – das Wesen, das der ehrgeizige Wissenschaftler Viktor Frankenstein in seinem Labor heimlich zum Leben erweckt, trägt in Mary Shelleys ikonischem Schauerroman keinen eigenen Namen. Nach seiner 'Geburt' wird das Geschöpf von seinem Erfinder verstoßen und beginnt, sich allein durch das Leben zu schlagen.
»Es« hat keinen bekommen. Unmittelbar nach seiner »Geburt« wird das Geschöpf von seinem Erfinder als missglücktes Experiment verstoßen und schlägt sich fortan allein durchs Leben. Nachdem ihm jegliche menschliche Annäherung durch die Außenwelt verweigert wird, beginnt »es« schließlich zu morden: »Ich bin nur schlecht, weil ich elend bin. Verfolgen und hassen mich nicht alle, die mich erblicken? …
Warum soll ich mit den Menschen mehr Mitleid haben als sie mit mir?« Nazli Saremi verschiebt in ihrem Frankenstein-Projekt den Fokus weg vom »Wissenschaftsgenie« Frankenstein hin zu dem Wesen, das er erschaffen hat. Mit Shelleys Text sowie eigenen Recherchen stellt die junge Regisseurin die Frage, wer hier von der Gesellschaft zu einem »Monster« gemacht wird und warum.