Das langjährige Ensemblemitglied Aram Tafreshian zeigt mit Amore zum ersten Mal eine Regie-Arbeit im Studio Я des Gorki. Zusammen mit Team und Ensemble widmet er sich, wie der Titel und Name der Band im Stück schon verraten, dem großen Thema der Liebe.
Vor der eigentlichen Probenzeit lasen alle Beteiligten gemeinsam wissenschaftliche wie literarische Texte, schauten Filme, zeigten sich ihre peinlichsten und schönsten Lieblingsliebeslieder und entwickelten erste szenische Situationen und Figuren sowie Song-Skizzen. Daraus entstand schließlich ein Stück, das gleichermaßen Musik- wie Bilder-Album ist: geschrieben von Aram Tafreshian und Team, die Songs komponiert und produziert von Anthony Hüseyin und Ensemble. Der Bühnenraum und die Kostüme von Mara Pieler waren dabei ebenso prägend wie sie von den Gesprächen und Proben inspiriert sind.
Auf der Bühne zu sehen ist schließlich der Weg der Band Amore in vier szenischen Bildern: Vom ersten Kennenlernen zum Aufstieg in die Charts mit „Ficken ist meine Religion“. Von da in die Hölle des Erfolgs, in der sich überfordernde Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, Zwist, Selbstfindung und Zweifel zu einer vielschichtigen Krise ausdehnen. Bis sich die Frage stellt: Wie lässt sich der Wunsch, gemeinsam Musik zu machen, vereinen mit den Freundschaften und Affären innerhalb der Gruppe und den Beziehungen außerhalb?
Sechs Songs hat die Band in der ganzen Zeit dennoch erarbeitet, über unterschiedlichste Facetten der Liebe. Sie alle sind in die szenischen Bilder in voller Länge eingearbeitet und zeigen, als sinnliche Monologe, Nahaufnahmen der Figuren ebenso, wie sie die im Stück verhandelten und vorgeführten Themen atmosphärisch verdichten.
Und, so viel sei verraten, wenn sich nicht auch auf diesem Album ein kleines Surplus als Hidden Track versteckte, wäre Amore nicht Amore.


