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Der Kaufmann von Venedig

Uraufführung/Premiere am 15. März 2023
Bassanio ist klamm und somit keine Option für die attraktive Portia aus besten venezianischen Kreisen. Antonio will ihm helfen, doch auch er hat finanzielle Schwierigkeiten. Shylock, ein professioneller Geldverleiher, könnte die Lösung sein, doch der Preis ist hoch.
© Theater Ulm

Klar, Schulden und Kredithaie sind ohnehin hassenswert. Wie übel zudem, dass Shylock Jude ist. Doch Antonio bleibt nichts anderes übrig. Mit heftigen Schmähungen und voller Hochmut lässt er sich für das Darlehen sogar auf einen Schuldschein ein, der Shylock berechtigt, im Falle von Zahlungsschwierigkeiten Antonios »ein Pfund Fleisch nächst dem Herzen« aus dessen Körper zu schneiden. Was soll’s! Bassanio bekommt von Antonio das geliehene Geld und ist nun bei Portia erfolgreich. Und die Schuld bei Shylock ist ja bald beglichen ...

Mitnichten! Was undenkbar schien, passiert: Antonio verliert durch Havarien die Erlöse seiner Containerschiffe und Shylock, der stets Gedemütigte, verlangt unerbittlich vor Gericht die Einhaltung des Vertrags. Der Jude als Feindbild: geldgierig, hinterhältig, durchtrieben ... — antisemitische Reflexe waren nicht erst zur Shakespearezeit Normalität. Aber heute? Das Stück stellt die Frage neuerlich dringlich: Ist dieser tief sitzende Hass 80 Jahre nach dem Holocaust in Venedig, London, vor allem aber in Berlin oder Ulm wirklich verschwunden?

aus dem Englischen von Werner Buhss

Mitwirkende

Andreas Freichels(Bühnenbild)
Maike Häber(Kostümbild)
Johannes Grebing(Lichtdesign)
Natalie Broschat(Dramaturgie)
Ruth Dohle(Bühnentechnik)
Oliver Eisenmenger(Bühnentechnik)
Maurizio Micksch(Schauspieler/in)
Vincent Furrer(Schauspieler/in)
Rasmus Friedrich(Schauspieler/in)
Stephanie Pardula(Schauspieler/in)
Natascha Heimes(Schauspieler/in)
Frank Röder(Schauspieler/in)
Markus Hottgenroth(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Mittwoch, 15. März 2023 (Premiere / Uraufführung)

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