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Tragödienbastard

in Kinder- und Jugendtheater am Schwanhof
Uraufführung/Premiere am 13. Mai 2023
Der Beginn ist nicht leicht, es ist eine Herausforderung, die eigenen Worte zu finden und einen Weg zu bahnen. Die Stimmen erheben sich und suchen nach einem Ausweg aus den Erzählungen, die sie definieren und einschränken.
© Henrik Isenberg

Dabei hören sie immer das gleiche. Zuschreibungen, die sie klein machen, die sie einnehmen, die ihnen einen eigenen Raum nicht zugestehen wollen, die ihr Denken, Handeln und Sprechen bestimmen. Leise sollen sie sein, tüchtig und fleißig, anstrengen sollen sie sich, Kinder kriegen und Deutsch sprechen, bloß nicht auffallen sollen sie.

Die Sprechenden sind Suchende. Sie sind aufgewachsen konfrontiert mit der Sehnsucht nach dem weinroten Pass, der so viel möglich machen sollte. Angekommen in einem Land, dass nur bestimmte Plätze für sie freigeben sollte, bis jetzt. Sie beginnen zu sprechen. Über ihren Weg, den Weg ihrer Eltern und Großeltern, über die gewählte Schwesternschaft. Erinnerungen verflechten sich mit den Fragen an die eigene Position in der Gesellschaft. Aufsteigen sollten sie, sich gut bilden, brav sein und AufstiegsSHEroes sind sie jetzt. Frauen, die sich trauen ihrer Wut einen Platz zu geben und auch die empfundene Scham zu benennen. Immer in der Not die richtigen Worte zu finden. Zwischen den Sprachen polnisch und deutsch die eigene zu finden, die die passt, die sich richtig anfühlt, zumindest für den Moment. Genauso wie das passende Outfit für die Nacht zu wählen. Gleichsam beide zu einer Rüstung werdend, um eingelassen zu werden in die Räume, die meist versperrt sind oder eben die eigenen zu finden und zu gestalten.

Gött*innen sind sie, die Suchenden. Gött*innen des Alltags. Hoffnungsvoll werden sie trotz allem eine neue Zukunft hervorbringen, tanzend durch die Nacht, sprechend und nicht zu überhören.

Ewe Benbenek beschreibt in ihrem Text Tragödienbastard Erfahrungen einer Migration, Generationenkonflikte und über allem die Frage nach der eigenen Identität. Mit einer Dringlichkeit, die uns zwingt, gemeinsam Narrative zu hinterfragen, mit denen wir so gerne die Welt in ihrer Komplexität herunterbrechen wollen und damit ihre Brüchigkeit verkennen wie das Potential zur Gestaltbarkeit.

Für alle Menschen ab 14 Jahren, die Suchende sind, die die empowernde Kraft des Sprechens entdecken und ein neues Wir bilden möchten ohne auszugrenzen.

Mitwirkende

Hannah von Eiff(Bühnenbild)
Michael Pietsch(Dramaturgie)
Christin Ihle(Dramaturgie)
Laetitia Schröter(Regieassistenz)
Thessa Wähmann(Regieassistenz)
Laetitia Schröter(Bühnentechnik)
Phin Mindner(Bühnentechnik)
Eszter Sonnevend(Sounddesign)
Ulrike Walther(Schauspieler/in)
Mia Wiederstein(Schauspieler/in)
Jorien Gradenwitz(Schauspieler/in)
Marie Wolff(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 13. Mai 2023 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 21. Mai 2023
Samstag, 27. Mai 2023
Montag, 29. Mai 2023
Samstag, 10. Juni 2023

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