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Woyzeck

in Theater Heilbronn
Uraufführung/Premiere am 23. September 2023
Der Fall des Johann Christian Woyzeck, der aus Eifersucht seine Geliebte tötete, inspiriert Georg Büchner zu seinem Stück. Es thematisiert die Verzweiflung eines mittellosen Mannes und die sozialen Umstände, die zu seinem Verbrechen führen.
© Jochen Quast

1836 beginnt der 23-jährige Arzt und Schriftsteller Georg Büchner diesen Fall in einem Theaterstück zu verarbeiten. Sein Woyzeck ist genau wie das historische Vorbild ein mittelloser Mann aus prekären Verhältnissen, der von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob hetzt und sich damit mehr schlecht als recht über Wasser hält. Er ist Barbier bei einem neurotischen Hauptmann, welcher seine sadistische Ader an Woyzeck auslebt und ihm immer vorhält, dass er so verhetzt aussehe. Auch bei einem Doktor, dem er sich für ein Experiment zur Verfügung stellt, verdient er ein bisschen Geld. 90 Tage lang darf er nichts anderes essen als Erbsen. Der Doktor ist begeistert, dass sein Experiment gut funktioniert und dass an Woyzeck die Folgen der Mangelernährung so deutlich sichtbar werden. Der Proband leidet unter massivem körperlichem Verfall und Wahnvorstellungen. Sein weniges Geld gibt Woyzeck Marie, mit der zusammen er ein uneheliches Kind hat. Die lebenshungrige Frau verliebt sich in den Tambourmajor, einen stattlichen Mann. Als Woyzeck davon erfährt, verliert er den letzten Halt und richtet seine ganze unterdrückte Wut gegen das Wesen, das er am meisten liebt. Er tötet Marie mit sieben Messerstichen.

An dieser Stelle endet Büchners »Woyzeck« und bleibt unvollendet. Der Autor stirbt während der Arbeit an dem Stück im Alter von nur 24 Jahren an Typhus. 31 lose Szenen sind überliefert, ohne dass erkennbar ist, wie Büchner diese Szenen anordnen wollte. Die Manuskriptseiten haben keine Seitenzahlen, die Szenen sind nicht nummeriert. Im Druck erschien »Woyzeck« erstmals 1878 in einer stark überarbeiteten und vom Herausgeber veränderten Fassung. Erst am 8. November 1913 wurde »Woyzeck« in München uraufgeführt und gehört seitdem zu den meistgespielten und einflussreichsten Dramen der deutschen Literatur.

Georg Büchner untersucht in »Woyzeck« die Auswirkungen sozialer Verelendung. Es sind die Umstände, die Mitschuld an Woyzecks Verbrechen haben: Armut, Arbeitshetze, Drill und permanente Demütigung. Zum ersten Mal hat Büchner die Arbeit und die Angst vor deren Verlust als Element der Unterdrückung literarisch thematisiert.

Mitwirkende

Georg Büchner(Autor/in)
Tom Musch(Bühnenbild)
Sophie Püschel(Dramaturgie)
Sven-Marcel Voss(Schauspieler/in)
Romy Klötzel(Schauspieler/in)
Nils Brück(Schauspieler/in)
Sebastian Kreutz(Schauspieler/in)
Felix Lydike(Schauspieler/in)
Gabriel Kemmether(Schauspieler/in)
Sabine Unger(Schauspieler/in)
Regina Speiseder(Schauspieler/in)
Lennart Olafsson(Schauspieler/in)
Ingrid Richter-Wendel(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 23. September 2023 (Premiere / Uraufführung)
Dienstag, 03. Oktober 2023
Samstag, 07. Oktober 2023
Sonntag, 15. Oktober 2023
Samstag, 21. Oktober 2023
Dienstag, 24. Oktober 2023
Samstag, 11. November 2023
Donnerstag, 30. November 2023
Mittwoch, 13. Dezember 2023
Mittwoch, 20. Dezember 2023
Freitag, 29. Dezember 2023
Donnerstag, 25. Januar 2024
Freitag, 26. Januar 2024
Sonntag, 28. Januar 2024
Freitag, 09. Februar 2024
Freitag, 16. Februar 2024
Mittwoch, 21. Februar 2024

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