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Der Ring des Nibelungen: Eine Machtverschiebung

Uraufführung/Premiere am 20. Januar 2024
Arda steht vor der Herausforderung, eine Rolle in Wagners Ring zu übernehmen, während er sich mit seiner eigenen Identität auseinandersetzt. Necati Öziri thematisiert die Frage nach deutscher Identität aus der Perspektive eines Gastarbeiterkindes.
© Sali Fayssal, Zijah Jusufovic

Diese Gedanken gehen Arda durch den Kopf, als ihm eine Rolle in Wagners Ring angeboten wird. Necati Öziri hat sich mit Richard Wagners Kosmos, überwältigender Musik und Erzählung auseinandergesetzt und liefert uns eine längst notwendige Überschreibung, indem er uns die Frage nach der deutschen Identität mit aufrüttelnder Dringlichkeit aus der Perspektive eines Gastarbeiterkindes stellt.

Richard Wagner schrieb ein viertel Jahrhundert lang an seiner Tetralogie, die zusammen ohne Pause mehr als 14 Stunden dauert. Ein kathartisches Erlebnis, auf das sich Arda einlässt, um sich auf die Rolle vorzubereiten. Mit musikalischer Durchschlagskraft verschaffen sich die bei Wagner machtlosen Figuren Raum. Brünnhilde klagt den Vater und sein unterdrückerisches System an und fordert Freiheit für sich und ihre Schwestern.

Alberich, der von den listigen Göttern sowohl um seinen Schatz als auch die Fähigkeit zu lieben und geliebt zu werden gebracht wurde, löst sich endgültig vom verzerrten Bild, das ihm die verhasste Elite gespiegelt hat und dem er niemals genügen kann. Erda, Riesin und Erdgöttin schildert die Geschicke des wagnerschen Kosmos aus ihrer Perspektive und die Kinder der Riesen Fasolt und Fafner, die einst Walhall erbauten, ermutigen uns, die Sichtweise zu wechseln und den Bau der Burg aus den Augen der Kinder der gastarbeitenden Riesen zu betrachten. Feministisch, direkt und ohne mythische Verklärung schafft auch Fricka den Absprung und trennt sich von ihrem alten Ich, der Ehefrau eines Tyrannen, die sich auf ein Leben in Freiheit und nach ihren Bedürfnissen freut. Über all dem schwebt jedoch die Prophezeiung der drei Nornen, die Wotan und den Göttern vorhersagen, dass eine Revolte von unten auf sie zurollt.

Nach ihrer jugendbewegten, atmosphärisch-bildstarken Interpretation von Euripides‘ Bakchen widmet sich Julia Wissert der Neulektüre eines weiteren kanonischen Werkes und fragt nach dessen Bedeutung im Heute – eine inhaltliche und musikalische Auseinandersetzung mit Wagners Werk und dem deutschesten aller Mythen.

Mitwirkende

Jana Wassong(Bühnenbild)
Nicola Gördes(Kostümbild)
Yotam Schlezinger(Komponist/in)
Jasco Viefhues(Dramaturgie)
Sarah Jasinszczak(Theaterpädagogik)
Markus Fuchs(Lichtdesign)
Younes El-Ali(Sounddesign)
Karl Georg Gierth(Regieassistenz)
Constanze Kriester(Bühnenbild)
Alexandra Peronis(Kostümbild)
Christoph Öhl(Bühnentechnik)
Britta Kalitzki(Bühnentechnik)
Arda Tamer Tahan(Schauspieler/in)
Nika Mišković(Schauspieler/in)
Adi Hrustemović(Schauspieler/in)
Sarah Quarshie(Schauspieler/in)
Antje Prust(Schauspieler/in)
Alexander Darkow(Schauspieler/in)
Isabelle Pabst(Sänger/in)
Maika Küster(Sänger/in)
Regine Anacker(Schauspieler/in)
Heike Lorenz(Schauspieler/in)
Katrin Osbelt(Schauspieler/in)
Sylvia Reusse(Schauspieler/in)
Regina Schott(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 20. Januar 2024 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 21. Januar 2024
Samstag, 27. Januar 2024

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