Fünfzehn Jahre nach Kriegsende reisen Lisa und ihr Mann Walter, ein bundesdeutscher Diplomat, nach Brasilien, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch plötzlich fährt Lisa der Schrecken in alle Glieder: In einer Frau auf dem Schiff glaubt sie Marta wiederzuerkennen, eine ehemalige Insassin im KZ Auschwitz, wo sie selbst als Aufseherin tätig war. Szenen aus den Jahren 1943-44 in Auschwitz werden wieder lebendig und zwingen Lisa, ihrer Vergangenheit ins Auge zu blicken.
Basierend auf dem gleichnamigen Roman der polnischen Autorin und Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz, schuf Weinberg eine Oper über Schuld und die erneute Konfrontation mit der Vergangenheit. Der polnisch-jüdische Komponist, der seine Eltern und Schwester in der Shoah verlor, verbindet in seiner 1968 vollendeten, jedoch erst 2010 szenisch uraufgeführten Oper spätromantische Opulenz mit Zwölftontechnik, Volkslied und Tanzmusik zu einem eindringlichen Mahnmal gegen das Verschleiern und Vergessen.
In Kooperation mit dem Opernhaus Graz.


