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A kiss to the world

Uraufführung/Premiere am 20. Januar 2024
Dominique Dumais thematisiert in ihrer Choreographie den Kuss und dessen Bedeutung in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Inspiriert von Aleksandra Vrebalovs Musik, entfaltet sich eine bewegende Auseinandersetzung mit Nähe, Empathie und der Verbindung zur Welt.
© Ingo Schäfer

Der Titel des Stückes "A kiss to the world" lässt einen musikaffinen Menschen automatisch an die Vertonung von Schillers Ode "An die Freude" in Beethovens 9. Sinfonie denken. Diese kommt aber in dem Tanzstück gar nicht vor. Ausgangspunkt für Dumais ist vielmehr Aleksandra Vrebalovs Musik "A kiss to the whole world", die sich ebenfalls von Schillers Ode inspirieren ließ. Auch die Oskulation beschäftigt Dumais, die sie als eine Art Beugung zueinander, auch im Akt des Küssens, sieht.

Die Tänzer und Tänzerinnen treten im ersten Teil in einem grauen Betonbau, in grauen Anzügen, getragen als eine Art Schutzpanzer auf, entindividualisiert und doch vereinzelt. Erst allmählich wird man gewahr, dass es ein rotes Innenfutter in den Jacketts gibt. Eine Einführung in die Phänomenologie des Kusses wird vorgetragen. Der Kuss wird zur Grimasse, eine Geste ohne jegliche Wärme, distanzhaltend. Die Bewegungen sind eher geometrisch, kantig. Nach und nach wird Kleidung abgeworfen, ein Akt der Befreiung. Im zweiten Teil kehrt Farbe ein: bunte Herbstblätter schweben von Ästen auf die Bühne, rote Kleider werden getragen, in der Farbe des Herzens, der Liebe. Die Tänzer und Tänzerinnen verbinden sich mehr miteinander, kommen sich trotz ihrer Verletzlichkeit näher.

Dumais geht es in ihrem Stück nicht um den Liebeskuss, der zwischen zwei Individuen erfolgt, sondern um Zwischenmenschlichkeit, die Verbindung mit der Natur, der Welt, dem sich zugehörig und verantwortlich fühlen. Und damit kommen wir wieder zu Schillers Ode und dem Zitat: "Seid umschlungen Millionen! Diesen Kuß der ganzen Welt!" Es ist ein humanistisches Anliegen, in einer Zeit des zunehmenden Kriegsgeschehens in der Welt, ein Appell an den Dialog, die Kommunikation, an Zuwendung, Nähe und Empathie, ein sich mit der Welt Verbinden. Ein Trost in unruhigen Zeiten bietet der Kunstgenuss. Zumindest Dominique Dumais gelingt in ihrem Stück ein harmonisches Zusammenwirken von Tanz, Musik, Kostüm, Bühne und Licht, für das sie und ihr Team frenetischen Beifall ernteten.

Mitwirkende

Dominique Dumais(Choreografie)
Katharina Müllner(Musikalische Leitung)
Jason Tran(Musikalische Leitung)
Tatyana van Walsum(Kostümbild)
Bonnie Beecher(Lichtdesign)
Davidson Jaconello(Sounddesign)
Julia Schinke(Dramaturgie)
Bogdana Bevziuk(Sänger/in)
Alina Bercu(Musiker/in)
Paula Alves(Tänzer/in)
Marta Andreitsiv(Tänzer/in)
Joaquin Angelucci(Tänzer/in)
Doris Becker(Tänzer/in)
Daniele Bonelli(Tänzer/in)
Jack Bruce(Tänzer/in)
Wun Sze Chan(Tänzer/in)
Orazio Di Bella(Tänzer/in)
Sara Giovanelli(Tänzer/in)
Futaba Ishizaki(Tänzer/in)
Lotte James(Tänzer/in)
Evan L'Hirondelle(Tänzer/in)
Pedro Maricato(Tänzer/in)
Ako Sago(Tänzer/in)
Kauan Soares(Tänzer/in)
Edvin Somai(Tänzer/in)
Vinícius Vieira(Tänzer/in)
Elisabeth Vincenti(Tänzer/in)
Long Zou(Tänzer/in)
Katharina Müllner(Musikalische Leitung)
Dominique Dumais(Choreografie)
Tatyana van Walsum(Bühnenbild)
Bonnie Beecher(Lichtdesign)
Davidson Jaconello(Sounddesign)
Julia Schinke(Dramaturgie)
Bogdana Bevziuk(Sänger/in)
Alina Bercu(Musiker/in)
Paula Alves(Tänzer/in)
Marta Andreitsiv(Tänzer/in)
Joaquin Angelucci(Tänzer/in)
Doris Becker(Tänzer/in)
Daniele Bonelli(Tänzer/in)
Jack Bruce(Tänzer/in)
Wun Sze Chan(Tänzer/in)
Orazio Di Bella(Tänzer/in)
Sara Giovanelli(Tänzer/in)
Futaba Ishizaki(Tänzer/in)
Lotte James(Tänzer/in)
Evan L'Hirondelle(Tänzer/in)
Pedro Maricato(Tänzer/in)
Ako Sago(Tänzer/in)
Kauan Soares(Tänzer/in)
Edvin Somai(Tänzer/in)
Vinícius Vieira(Tänzer/in)
Elisabeth Vincenti(Tänzer/in)
Long Zou(Tänzer/in)

Spielzeiten

Samstag, 20. Januar 2024 (Premiere / Uraufführung)

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