Theaterkompass.de Logo

Carmen

in Theater Münster (Hauptgebäude)
Uraufführung/Premiere am 27. Januar 2024
Das beliebte Meisterwerk Carmen ist in einer Neuinszenierung zu erleben. Als eine der meistgespielten Opern beinhaltet Carmen eine gewisse Erwartungshaltung: Liebe, Tod, Eifersucht, Erotik, Tanz – alle Zutaten einer fesselnden Geschichte sind vorhanden. Carmen wurde zum beharrlichsten Mythos in Bezug auf die Frau, die als „Andere“ bezeichnet wird.
© Martina Pipprich

Die „wilde“ und „unkontrollierbare“ Frau verkörpert die faszinierende Sinnlichkeit und Leidenschaft, eine Sprengkraft für männliche Ordnung, Vernunft und Kontrolle. Sexualität und Tod sind verbunden, Gift, Übellaunigkeit und Bitterkeit kommen ins Spiel und die Frau wird zur Quelle von Ärger und Verdruss. „Eine seltsame und wilde Schönheit, die man nicht vergessen kann“, und die ihren Liebhaber Don José schließlich in die Verzweiflung und zum Mord treibt.

In ihrer Inszenierung setzt sich die Regisseurin Andrea Schwalbach mit dem Thema des Femizides intensiv auseinander, mit dem Versuch, dem Narrativ, dass das Opfer halb selbstverantwortlich für seinen Mord sei, zu entkommen. Carmen bekommt viele Zuschreibungen, doch bleibt sie immer ein wenig verschwommen, ungreifbar. Am Ende bleibt sie dem Blick des Mannes und seiner Gewalt ausgeliefert. Die Inszenierung spielt mit der Erwartungshaltung der Zuschauer*innen und der Figuren selbst und lässt sie das etablierte Narrativ über die femme fatale von außen wahrnehmen. Die Erfindung einer fiktiven Figur, der Conférencier, vom Gast Bariton Laurent Arcaro gespielt, bricht die vierte Wand und zwingt uns und die Figuren der Oper selbst, die Geschichte anders zu betrachten.

Auch wenn die Oper Carmen ihr blutiges Ende voraussehen lässt, ist sie mit dem Gattungstitel opéra comique bezeichnet. Das bedeutete 1875, zur Zeit ihrer Uraufführung in Paris, allerdings nicht viel mehr, als dass das Stück für diejenige Pariser Bühne bestimmt war, auf der üblicherweise „opéras comiques“ aufgeführt wurden, also Opern, in denen zwischen den musikalischen Nummern keine gesungenen Rezitative, sondern gesprochene Dialoge vorgesehen waren. Darüber hinaus ist Carmen auch musikalisch und in der Stoffwahl weder Grand Opéra noch Operette: Auf die Bühne werden authentische Menschen gebracht, keine Kunstfiguren oder Helden, während hinter der tänzerischen Fröhlichkeit ihrer Musik Grausamkeitsdetails stecken.

Carmen
Oper von Georges Bizet
Dichtung nach einer Novelle des Prosper Mérimée von Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Mitwirkende

Garrie Davislim(Schauspieler/in)
Johan Hyunbong Choi(Schauspieler/in)
Benjamin Park(Schauspieler/in)
Laurent Arcaro(Schauspieler/in)
Kihoon Yoo(Schauspieler/in)
Laurent Arcaro(Schauspieler/in)
Wioletta Hebrowska(Schauspieler/in)
Robyn Allegra Parton(Schauspieler/in)
Katharina Sahmland(Schauspieler/in)
Milena Junge(Tänzer/in)
Helena Sturm(Tänzer/in)
Golo Berg(Musikalische Leitung)
Anne Neuser(Bühnenbild)
Sven Stratmann(Videodesign)
Bianca Deigner(Kostümbild)
Rachele Pedrocchi(Choreografie)
Anton Tremmel(Dramaturgie)
Rita Stork-Herbst(Dramaturgie)
Giulia Fornasier(Dramaturgie)

Spielzeiten

Samstag, 27. Januar 2024 (Premiere / Uraufführung)
Samstag, 03. Februar 2024
Mittwoch, 28. Februar 2024
Sonntag, 03. März 2024
Samstag, 09. März 2024
Mittwoch, 27. März 2024
Donnerstag, 04. April 2024
Donnerstag, 11. April 2024
Freitag, 19. April 2024

Teile den Beitrag auf

Background image of the page