Gleich in Akt I nimmt der schöne Park vor dem Schloss Gestalt an, wo die Volljährigkeit von Prinz Siegfried gefeiert wird. Neben den Ruinen einer alten Burg glitzert in der Mondnacht ein See, wo der böse Zauberer Rothbart herrscht. Diese Gegensätze werden in der Choreographie meisterhaft herausgestellt. Eine Gruppe Schwäne erscheint, sie landen auf dem See und schwimmen zum Ufer. Odette erzählt Siegfried dann ihre traurige Geschichte. Sie und ihre Gefährtinnen sind unglückliche Opfer des bösen Zauberers Rothbart, der sie verhext hat. Der dramaturgische Spannungsbogen steigert sich dabei erheblich.
In Akt II befinden wir uns dann in einem pompösen Schloss, wo die Königin die Ball-Gesellschaft begrüßt. Da erscheint Rothbart mit seiner Tochter Odile. Der faszinierte Prinz schwört ihr ewige Liebe. In diesem Moment sieht Siegfried Odette schemenhaft im Fenster und merkt, dass er getäuscht worden ist. Diese dramatische Szene gelingt in der kunstvollen Choreographie am besten und fesselt das Publikum. Rothbart und Odile verschwinden. Der verzweifelte Prinz bleibt allein zurück. In der Bearbeitung von Alexey Fadeechev und dem opulenten Bühnenbild wird das panische Chaos bei dieser Szene sehr gut herausgearbeitet. Bei ihrer sphärenhaften Wiederbegegnung bieten Odette und Siegfried am See bei den Ruinen der Burg einen eindrucksvollen Pas de deux.
Siegfried bittet Odette, ihm seinen Verrat zu verzeihen, da er Odette in Odile sah. Plötzlich erscheint Rothbart, erkennt die wahre Liebe zwischen Odette und Siegfried und will sie zerstören. Die beiden kämpfen bis zum Ende, Rothbart ist besiegt. Unter der künstlerischen Leitung bot das Georgische Staatsballett Tiflis eine ausgezeichnete Leistung. Der berühmte "Tanz der vier Schwäne" löste beim Publikum Begeisterungsstürme und großen Jubel aus. Spitzentanz und Fouetten besaßen magische Wirkungskraft.
Nach Beginn des Ukrainekrieges fanden viele herausragende Solisten, die nicht in St. Petersburg oder Moskau bleiben konnten, Zuflucht beim Georgischen Staatsballett.


