Mit der Wiederentdeckung von Ethel Smyth setzt das Haus seinen Fokus auf die Etablierung von Komponistinnen, die in der Vergangenheit aufgrund ihres Geschlechts weniger Beachtung fanden. Die britische Komponistin Ethel Smyth erreichte erst durch einen Hungerstreik, dass ihr Vater ein Studium in Deutschland erlaubte. Daraufhin studierte sie als erste Frau Komposition am Leipziger Konservatorium. Mit ›Der Wald‹ schrieb sie eine deutsche Oper, die es 1903 als erstes Werk einer Frau auf die Bühne der Metropolitan Opera New York geschafft hat und die nach über 100 Jahren Abwesenheit erstmalig wieder nach Deutschland zurückkehrt.
Im Monodrama ›Erwartung‹ (1909) von Arnold Schönberg irrt eine Frau auf der verzweifelten Suche nach dem Geliebten durch den nächtlichen Wald. Das Musikdrama ›Der Wald‹ (1902) erzählt die Geschichte von Röschen und dem Holzfäller Heinrich, deren Schicksal am Vorabend ihrer Hochzeit eine dramatische Wendung nimmt.
Regisseur Manuel Schmitt verbindet die beiden Stücke im düsteren Wald-Setting zu einer miteinander verwobenen Geschichte, die den Wald als Metapher für die Vielschichtigkeit der menschlichen Seele interpretiert. In ›Erwartung‹, interpretiert von Hanna Larissa Naujoks, wird die Tiefe des Waldes zum Spiegel der düsteren Abgründe der menschlichen Seele, während in ›Der Wald‹ die Beständigkeit der Natur im Kontrast zur Vergänglichkeit des Lebens thematisiert wird. Die musikalische Leitung übernimmt Patrick Hahn, der die Zuschauenden durch die kontrastreichen musikalischen Landschaften zwischen Expressionismus und weiterer Musik führt.
Mit dem Doppelabend werden in der eindrucksvollen und kontrastreichen Inszenierung neue Pfade in der Oper Wuppertal beschritten, die die Zuschauenden zu einer Reise auf die geheimnisvollen und düsteren Seiten der menschlichen Seele einlädt.


