Wieder einmal auf der Suche nach einem geeigneten Stoff, stieß Giuseppe Verdi auf ein Manuskript von Eugène Scribe, das von einem historischen Attentat auf den schwedischen König Gustav III. handelt. Basierend auf der Vorlage Scribes, schrieb Antonio Somma auf Bitten Verdis das Libretto, das der Komponist 1858 für das Teatro San Carlo in Neapel vertonte. Doch die neapolitanische Zensurbehörde lehnte den Stoff ab – ein ähnliches historisches Attentat im Königreich Neapel auf Ferdinand II. lag erst zwei Jahre zurück, und Königsmorde auf der Bühne wurden nicht gern gesehen. Nach einer Überarbeitung wurde „Un ballo in maschera“ schließlich 1859 in Rom aufgeführt.
In diesem Werk offenbart die Musik Verdis wieder einmal ihre ganze emotionale und dramatische Kraft und schafft dabei tragische und komische Situationen gleichermaßen, die jedoch des Öfteren von einer grausamen Ironie durchzogen werden. Verdis Figuren unterliegen dabei allesamt dem Konflikt zwischen der von der Gesellschaft auferlegten äußeren Fassade und ihren inneren hochemotionalen Gefühlen.
Doch was passiert, wenn die Masken fallen? Regisseur Jan Philipp Gloger und sein Team hinterfragen die sozialen Rollenspiele und begeben sich auf die Suche danach, was sich hinter den Masken verbirgt. Die Uraufführung der Oper „Ein Maskenball“ 1859 in Rom wurde zu einem Triumph.
Libretto von Antonio Somma


