Weltweiter Ausnahmezustand! Liebespaare schwören sich ewige Treue im Angesicht des Todes, ein neuer Schlager wird kreiert, Live-Reportagen über den Kometen werden gesendet. Neugierige, Lebensmüde und die Presse versammeln sich zum Weltuntergang. Da entdeckt Virmula einen Fehler in seinen Berechnungen. Findet der Zusammenstoß nun statt oder nicht? Und was wäre schlimmer? Die Welt tanzt Dada am Rande des Abgrunds.
Die Inszenierung versetzt uns in die pulsierenden 1920er-Jahre. Sie ist bildgewaltig und personalintensiv, mit einer Stimmung, die von grotesk-übertrieben bis mystisch reicht. Im Angesicht des Untergangs wird die ganze Welt Dada – albern, kurzweilig und voller Spaß an der Musik. Die Komposition von Ludger Vollmer begeistert mit einer Vielfalt, die durch Musik im Stil von Revue und Schlager bis zu Beatboxing und Rap führt, während der neu entdeckte Himmelskörper im Hintergrund unaufhaltsam näher rückt. Zusammenstoß ist ein lebhaftes, amüsantes und intensives Erlebnis, das nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt.
Das Stück beruht auf einer wahren Begebenheit: Zusammenstoß zollt Max Wolf Tribut, dem großen Heidelberger Astronomen, dessen Entdeckungen vor über einem Jahrhundert die Welt in Atem hielten. Seine Warnung vor der nahenden Rückkehr des Halley’schen Kometen und dessen ungewöhnlich naher Passage an der Erde löste 1910 eine weltweite Kometenpanik aus. Die Befürchtung: Eine Verschiebung der Erdachse, eine Überflutung durch die Meere, oder schlimmer noch, das Ende allen Lebens durch das Eindringen von Cyangas in die Atmosphäre.
Zusammen mit Käthe Steinitz schrieb Kurt Schwitters 1927 diese groteske Oper, die jetzt alle Sparten des Theaters und Orchesters Heidelberg gemeinsam auf die Bühne bringen. Schwitters Libretto setzte Ludger Vollmer in eine ebenso groteske, revueartige, schillernde Musik. Der 1961 geborene Komponist zählt aktuell mit seinen Werken, darunter Gegen die Wand, Lola rennt und Tschick, zu den meistgespielten Musiktheaterkomponisten.
Einrichtung des Originallibrettos von Ulrike Schumann unter Mitarbeit des Komponisten und von Jürgen Popig. Auftragskomposition des Theaters und Orchesters Heidelberg, spartenübergreifende Produktion. Empfohlen ab 15 Jahren.


