Erfahrungen im Umgang mit dem Sterben und dem Tod mit anderen zu teilen, darum geht es auch Regisseurin Elisabeth Stöppler, die an der Oper Hannover in den letzten Spielzeiten bereits Trionfo. Vier letzte Nächte und Arrigo Boitos Mefistofele inszenierte. Als Ausgangssituation schweben Stöppler und ihrem Team mit unter anderen Katja Haß (Bühne) und Gesine Völlm (Kostüm) ein Ort der Erinnerung zur Feier des Lebens vor, den die Regisseurin wie folgt beschreibt: „Auf der Bühne versammeln sich 100 Menschen zum Gedenken an die Toten. Aus diesem Moment heraus entsteht ein Zusammenschluss, der alle im Raum hält und nicht loslässt. Stilles Gebet wird zum Aufschrei nach Erlösung, versetzt die Menge in Taumel, lähmt sie, stachelt sie an. Die Sehnsucht nach Unsterblichkeit und endloser Zeit lässt die Totenfeier zu einem Fest des Lebens werden. Denn je näher du dem Tod bist, desto stärker spürst du das Leben!“
Dafür gibt Stöppler gemeinsam mit Autor Martin Mutschler den vier Solisten aus dem Ensemble der Staatsoper Rollen mit jeweils eigenen Biografien. Tenor José Simerilla Romero etwa spielt einen jungen Mann, der vehement die eigene Sterblichkeit verleugnet, Mezzosopranistin Monika Walerowicz ist eine Ordensschwester, die schon in früher Kindheit einen schrecklichen Schicksalsschlag erleiden musste, aber im Laufe ihres Lebens einen Weg für sich gefunden hat, damit umzugehen. Auch Sopranistin Barno Ismatullaeva und Bass Shavleg Armasi sowie Schauspieler Heinrich Horwitz verkörpern in der Hannoveraner Inszenierung Menschen unserer Gegenwart mit ihren jeweils ganz eigenen Erfahrungen mit der Vergänglichkeit.
Mit Texten von Martin Mutschler
In lateinischer Sprache mit deutschen Übertiteln, ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause, für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren.


