Ein schönes und armes Mädchen wird im alten China ausgerechnet von dem Herrn, der für den Tod ihres Vaters verantwortlich ist, in einem Etablissement als Zweitfrau ersteigert. Dieser Mann verliebt sich dann wirklich in seinen Kauf, was ihm aber nichts nützt, denn seine Hauptfrau, hasserfüllt über die Zurücksetzung, lässt ihn ermorden. Danach behauptet sie, das Kind, das ihre Rivalin dem Mann geboren hat, sei ihr eigenes, sie somit Haupterbin des Vermögens. Sie besticht Zeug*innen und einen Richter, um als Erbin und Mutter anerkannt zu werden.
Wie sich diese ausweglose Situation für die unschuldige Frau doch noch zum Guten wendet – das ist dann schon wieder mehr Märchen als Krimi, und das Motiv des Kreidekreises, das sich durch die Handlung zieht, macht das Ganze auch noch zu einem philosophischen Gleichnis. Eine phänomenale und abwechslungsreiche Musik schrieb Zemlinsky in seiner selten gespielten und letzten vollendeten Oper Der Kreidekreis, die Spätromantik mit der musikalischen neuen Sachlichkeit à la Kurt Weill verbindet.


