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Columbus

in Opernhaus Bonn
Uraufführung/Premiere am 16. Juni 2024
Christoph Kolumbus ist heutzutage eine mehr als umstrittene Figur: In den USA und einigen lateinamerikanischen Ländern werden seine Denkmäler gestürzt und mit roter Farbe besprüht, weil er symbolisch für die europäische koloniale Vergangenheit steht.
© Bettina Stöß

Werner Egk ist heute im Gegensatz zu Kolumbus beinahe in Vergessenheit geraten, doch sein Erbe ist nicht weniger umstritten: Seine Karriere erreichte ihren Zenit in der NS-Zeit, zahlreiche Aufträge – auch für solche Anlässe wie die Olympischen Festspiele 1936 –, Dirigate und den Posten als Leiter der Komponistenfachschaft in der Deutschen Reichsmusikkammer akzeptierte er mit Dankbarkeit. Nach dem Krieg gelang es ihm, sich als Widerstandskämpfer zu inszenieren und den Entnazifizierungsprozess schnell hinter sich zu bringen. Die Tatsache, dass seine musikalische Sprache, die sich an der eklektischen und ausdrucksstarken Musik von Strawinsky orientierte, von den parteitreuen Kritikern manchmal kritisiert wurde, diente ihm als Alibi.

1932 näherte sich Egk dem Thema Kolumbus, als er den Auftrag erhielt, eine abendfüllende Rundfunkoper zu komponieren. »Das Textbuch wurde unter Verwendung authentischer Dokumente und altspanischer Literatur geschrieben«, so der Komponist, der anhand verschiedener historischer Quellen für Columbus sein eigenes Libretto verfasste. Er legte großen Wert auf den dokumentarischen Charakter seines Werkes – wie im Untertitel festgehalten: »Bericht und Bildnis« – und führte eine diskursive Ebene ein, in der er das musikalische Geschehen von zwei Sprechern kommentieren ließ. Trotz dieser postulierten Quellentreue mystifiziert Egk die Figur des Kolumbus sowie die Geschichte seiner Amerikareise und wirft gleichzeitig Fragen nach der Schuld und Verantwortung der »Entdecker« auf. Dabei entstand ein einzigartiges oratorienhaftes Werk, das einer besonderen Bühnenlösung bedarf: Nach dem fulminanten Ein Feldlager in Schlesien nimmt sich das Team Jakob Peters-Messer und Sebastian Hannak nun dieser Herausforderung an.

Bericht und Bildnis
Text & Musik von Werner Egk
– In deutscher Sprache mit Übertiteln in Deutsch und Englisch –
Columbus ist eine Produktion im Rahmen der mit dem OPER! Award 2023 ausgezeichneten Reihe FOKUS’33 des Theater Bonn. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mitwirkende

Hermes Helfricht(Musikalische Leitung)
Sebastian Hannak(Bühnenbild)
Sven Bindseil(Kostümbild)
Robi Voigt(Videodesign)
Yannik Böhmer(Videodesign)
Max Karbe(Lichtdesign)
Polina Sandler(Dramaturgie)
Marco Medved(Choreografie)
Miho Mach(Musikalische Leitung)
Joonhee Lee(Musikalische Leitung)
Igor Horvat(Musikalische Leitung)
Ana Craciun(Musikalische Leitung)
Ansgar Baradoy(Bühnentechnik)
Kerstin Mertl(Bühnentechnik)
Jelka Liebner(Bühnentechnik)
Giorgos Kanaris(Schauspieler/in)
Santiago Sánchez(Schauspieler/in)
Anna Princeva(Schauspieler/in)
Carl Rumstadt(Schauspieler/in)
Christopher Jähnig(Schauspieler/in)
Mark Morouse(Schauspieler/in)
Martin Tzonev(Schauspieler/in)
Tae Hwan Yun(Sänger/in)
Bernd Braun(Sonstiges)

Spielzeiten

Sonntag, 16. Juni 2024 (Premiere / Uraufführung)
Donnerstag, 20. Juni 2024
Samstag, 22. Juni 2024
Freitag, 28. Juni 2024
Donnerstag, 04. Juli 2024

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