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Der eingebildete Kranke

Uraufführung/Premiere am 29. Juni 2024
Argans Gedanken kreisen nur um sich selbst und sein körperliches Wohlergehen. Als Hypochonder ist er besessen von Ärzten und deren Klistieren, die er für seine vermeintlichen Krankheiten benötigt.
© Jochen Quast

Mit seiner Egozentrik und seinen eingebildeten Krankheiten terrorisiert er seine Umwelt. Einzig sein Dienstmädchen Toinette fragt ihn ein ums andere Mal ganz unverblümt: »Was fehlt Ihnen eigentlich?« Sie rechnet ihm vor, dass Ärzte und Apotheker sich eine goldene Nase an ihm verdienen. Doch das stört den reichen Argan nicht. Kranksein ist sein Lebensinhalt. Seine Obsession geht soweit, dass er seine ältere Tochter Angélique mit dem angehenden Doktor Diafoirus verheiraten möchte, einem ungehobelten jungen Mann, der nur totes Wissen auswendig lernt, moderne medizinische Erkenntnisse, etwa über die Existenz eines Blutkreislaufs, negiert und seine versprochene Braut zur Verlobung zu einer Obduktion mitnehmen möchte. Angélique graust es bei dem Gedanken an eine Ehe mit ihm, zumal sie in Cléante verliebt ist.

Aber es führt kein Weg an dem Willen ihres Vaters vorbei, der unbedingt einen Arzt als Schwiegersohn haben will. Falls sich Angélique nicht fügen sollte, dann müsse sie ins Kloster, droht Argan. Das wiederum käme ihrer Stiefmutter, seiner zweiten Frau Béline, sehr recht, die alles daransetzt, Argans Töchter von ihrem Erbe zu verdrängen und sich selbst in einem neuen Testament als Alleinerbin einsetzen zu lassen. Sie bedauert ihren »armen, kranken« Argan und geht ihm um den Bart. Doch nicht nur Toinette, auch Argans Bruder Béralde, der übrigens Ärzte hasst, wittert hinter dem scheinheiligen Gebaren eine durchtriebene Taktik.

Molière schrieb diese Komödie in drei Akten um die Jahreswende 1672/73 und arbeitete sich nicht nur an der Egozentrik betuchter Zeitgenossen, sondern auch an der Unfähigkeit der Mediziner seiner Zeit ab. Damals tobte unter anderem an der medizinischen Fakultät in Paris ein Streit um die Existenz des Blutkreislaufs, und die Ärzteschaft in der französischen Hauptstadt verschloss sich tatsächlich mehrheitlich den neuen Erkenntnissen. Stattdessen berief man sich auf die immer gleichen Behandlungsmethoden wie Aderlässe und Einläufe und versteckte sich hinter lateinischen Fachbegriffen.

Die Tragik der Geschichte ist, dass Molière, der selbst in der Uraufführung von »Der eingebildete Kranke« den Argan spielte, schwer an Lungentuberkulose erkrankt war. In der vierten Vorstellung erlitt er einen Blutsturz und starb wenig später noch im Kostüm. So blieb diese Komödie sein letztes Theaterstück, und es wurde eines seiner erfolgreichsten. Bis heute sind die wunderbar verrückten Charaktere von den Theaterbühnen der Welt nicht wegzudenken.

in einer Übersetzung / Fassung von Susanne Lietzow

Mitwirkende

Aurel Lenfert(Bühnenbild)
Jasna Bošnjak(Kostümbild)
Oliver Welter(Komponist/in)
Niko Bock(Lichtdesign)
Katrin Aissen(Dramaturgie)
Natascha Mundt(Theaterpädagogik)
Nils Brück(Schauspieler/in)
Juliane Schwabe(Schauspieler/in)
Regina Speiseder(Schauspieler/in)
Judith Lilly Raab(Schauspieler/in)
Oliver Firit(Schauspieler/in)
Lennart Olafsson(Schauspieler/in)
Stefan Eichberg(Schauspieler/in)
Felix Lydike(Schauspieler/in)
Gabriel Kemmether(Schauspieler/in)
Pablo Guaneme Pinilla(Schauspieler/in)
Tobias D. Weber(Schauspieler/in)
Sarah Finkel(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 29. Juni 2024 (Premiere / Uraufführung)
Dienstag, 02. Juli 2024
Mittwoch, 03. Juli 2024
Freitag, 05. Juli 2024
Dienstag, 09. Juli 2024
Mittwoch, 10. Juli 2024
Sonntag, 14. Juli 2024
Donnerstag, 18. Juli 2024
Samstag, 20. Juli 2024
Donnerstag, 10. Oktober 2024
Sonntag, 20. Oktober 2024
Sonntag, 27. Oktober 2024
Samstag, 16. November 2024
Mittwoch, 04. Dezember 2024
Dienstag, 10. Dezember 2024
Freitag, 03. Januar 2025

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