Spannend ist vieles an Wiener Blut; nicht nur das Umfeld des politischen Geschehens, sondern auch die Entstehungsgeschichte: Alle Ohrwürmer waren ursprünglich als Instrumentalstücke komponiert, wurden aber in Gesangsnummern transformiert – unter strenger Überwachung durch den Komponisten, der sich mit 73 Jahren zu alt fühlte, ein neues Werk aus der Taufe zu heben. Und dann ist da natürlich die Geschichte selbst, die auf launige Art erzählt wird. „Es ist ein Lotterleben, das da gezeigt wird, und ein unglaublich spannendes Sittenbild der damaligen Zeit“, meint Lakner lachend. „Das gesamte Stück liest sich fast als Einladung zum Seitensprung.
Die Gräfin, eine waschechte Österreicherin, stets keck, versteht sich überhaupt nicht mit ihrem überkorrekten Mann. Erst, als der selbst zum Don Juan wird, wird er für seine Frau wieder interessant. Und auch die anderen Figuren sind keine Kinder von Traurigkeit. Als Regisseur kann man bei so vielen Tabubrüchen natürlich aus dem Vollen schöpfen.


