Nun will er, empfindlich in seiner Eitelkeit getroffen, nur noch Regan und Goneril mit seinem Erbe betrauen, die sich in ihren Liebesbekundungen geradezu überboten hatten. In seiner Bearbeitung verschärft Thomas Melle den Konflikt um Macht und Machtentsagung im Streit zwischen den Generationen. Er bleibt dabei dicht an Shakespeares Original, spitzt jedoch die Frage zu: Ist Wandel möglich oder ist Macht ein System, dem der Mensch unabhängig von Alter und Geschlecht verfällt?
Nach Platonowa, Dance Nation, Amphitryon, Ein Volkfeind, Szenen einer Ehe, Rivka, Das Fest und Fremd wird König Lear Stephan Kimmigs neunte Inszenierung am Schauspiel Hannover seit 2019 sein.
Übersetzung und Bearbeitung von Thomas Melle
Regie Stephan Kimmig, Bühne Katja Haß, Kostüme Sigi Colpe, Musik Michael Verhovec, Dramaturgie Lovis Fricke.


